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Schäden in Ankawa nach dem Drohnenbeschuss Schäden in Ankawa nach dem Drohnenbeschuss 

Irak: Kirchliche Einrichtung bei Angriffen beschädigt

Ein großer Wohnkomplex der Chaldäisch-katholischen Kirche in der vorwiegend von Christen bewohnten nordirakischen Kleinstadt Ankawa bei Erbil wurde am Mittwochabend von Raketenteilen oder Drohnen getroffen.

Laut irakischen Medienberichten verursachte der Einschlag zwar schwere Schäden, Personen wurden aber nicht verletzt. Das Gebäude, das in Erinnerung an den Besuch von Papst Franziskus im Irak 2021 „Pope Francis Residential Complex“ genannt wird, wird von christlichen Familien und Studierenden bewohnt. Es war bereits zuvor evakuiert worden, da es nahe am Flughafen von Erbil liegt. Auch ein in der Nähe gelegenes chaldäisches Frauenkloster wurde getroffen und beschädigt.

Erzbischof von Erbil warnt vor weiterem Exodus

Der chaldäische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, hat sich unterdessen sehr besorgt über die immer weiter eskalierende Situation gezeigt. Im Interview mit EWTN warnte er unter anderem vor einem weiteren Exodus der letzten verbliebenen Christen im Land.

Bei einem Jugendtreffen in Ankawa im Juli 2025
Bei einem Jugendtreffen in Ankawa im Juli 2025

Schulen und Universitäten in der Region seien seit fast einer Woche geschlossen und „die Wirtschaft bricht zusammen“. Gleichzeitig werde Erbil etwa alle drei bis vier Stunden von Raketen oder Drohnen getroffen. Die Menschen hätten Angst „und das Ausmaß der Gewalt nimmt immer mehr zu“.

Für die Angriffe, die hauptsächlich dem Flughafen von Erbil und US-Einrichtungen gelten, werden neben dem Iran selbst auch im Irak operierende pro-iranische Milizen verantwortlich gemacht.

Sorge um christliche Präsenz im Irak und Iran

„Es gibt keinerlei Kommunikation.“

Seine größte Sorge sei, so der Erzbischof, dass christliche Familien, die sich bisher entschlossen hatten, im Irak zu bleiben, aufgrund der anhaltenden Instabilität die Region verlassen würden. „Diese Kriege und Konflikte werden alles erschüttern“, sagte er, ungeachtet dessen, was getan wurde, um „der christlichen Gemeinde ein stabiles Umfeld zu schaffen“.

Besorgt zeigte sich Erzbischof Warda auch über die Situation der kleinen christlichen Gemeinde im Iran. Er habe sich bemüht, Kontakt mit dem katholischen Erzbischof von Teheran, Dominique Joseph Mathieu, aufzunehmen, „aber es gibt keinerlei Kommunikation.“ Auch eine Ordensschwester, die derzeit in seiner Diözese tätig sind, und ihre Familie im Iran hat, könne zu dieser keinen Kontakt herstellen.

Christen im Irak zunehmend in ihrer Existenz bedroht

Auch der irakische Dominikaner Fr. Amir Jaje, Mitglied des vatikanischen Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog, äußerte sich besorgt über die schwere Lage der Christen im Irak. In einem aktuellen Beitrag im Blog der Stiftung Pro Oriente verwies der Ordensmann auf die lange Leidensgeschichte der Christinnen und Christen im Irak seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Während ihre Zahl im Jahr 2003 noch auf rund eineinhalb Millionen geschätzt worden sei, lebten heute nur noch etwa 200.000 Christen im Land.

„Die Verbrechen gegen irakische Christen zwangen Hunderttausende von ihnen, ihre Heimat und ihr Land zu verlassen, um ein sicheres Land zu suchen, das ihren Kindern eine sichere Zukunft garantieren würde", erinnertw Jaje. Nötig seien etwa eine Anerkennung der begangenen Verbrechen gegen Christen, mehr Unterstützung für Vertriebene und ein stärkerer Beitrag internationaler Organisationen zum Schutz religiöser Minderheiten.

(kap – pr)

 

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05. März 2026, 11:30