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Paris: Das europäische Treffen der Jugendlichen von Taizé Paris: Das europäische Treffen der Jugendlichen von Taizé 

Frère Matthew bringt Hoffnung aus der Ukraine nach Paris

Kurz nach seiner Rückkehr von der ukrainischen Frontlinie hat der Prior von Taizé, Frère Matthew, 15.000 Jugendliche zum europäischen Taizé-Treffen in Paris empfangen. In seinen Meditationen teilte er mit ihnen die Erfahrungen seiner Reise nach Saporischschja und würdigte die „unbeugsame Hoffnung“ der ukrainischen Jugendlichen.

Svitlana Dukhovych - Vatikanstadt

„Ihr seid für uns ein Zeichen der Hoffnung auf Frieden, die wir alle im Herzen tragen.“ Mit diesen Worten begrüßte Frère Matthew, der Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, rund 15.000 junge Menschen in der französischen Hauptstadt. Das traditionelle Europäische Jugendtreffen, das vom 28. Dezember bis zum 1. Januar stattfand, stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Solidarität mit der Ukraine.

Unter den Teilnehmern befanden sich zahlreiche junge Ukrainer – griechisch-katholische, orthodoxe und römisch-katholische Christen –, die trotz der harten Realität des Krieges und der Flucht den Weg nach Paris gefunden hatten. Für Frère Matthew war ihre Anwesenheit mehr als nur eine bloße Teilnahme: „Sie zeigen den Wunsch, Teil der europäischen Familie zu sein und mit anderen jungen Menschen zu interagieren – etwas, das in ihrer Heimat derzeit kaum möglich ist“.

Frère Matthew 2024 bei einer Begegnung mit Papst Franziskus, der im April 2025 verstorben ist
Frère Matthew 2024 bei einer Begegnung mit Papst Franziskus, der im April 2025 verstorben ist

Eine Reise an die Frontlinie

Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest war der Prior selbst in die Ukraine gereist. Seine Route führte ihn von Lemberg über Ternopil bis nach Saporischschja im Südosten, unmittelbar an die Frontlinie. Die Eindrücke dieser Reise flossen direkt in seine Predigten während des Pariser Treffens ein.

„In der Ukraine habe ich viele mutige Menschen getroffen, die geweint haben, aber dank ihres Glaubens wieder aufgestanden sind“, sagte er gegenüber den vatikanischen Medien. „Sie sind lebendige Zeichen dafür, dass das Licht, das wir an Weihnachten feiern, tatsächlich in der Finsternis leuchtet und dass die Finsternis es nicht überwältigen konnte.“

Paris, das europäische Treffen der Jugendlichen von Taizé
Paris, das europäische Treffen der Jugendlichen von Taizé

Die Berufung von Taizé: Präsenz im Konflikt

Auf die Frage, warum er sich trotz der Gefahr zur Reise in das Kriegsgebiet entschloss, verwies Frère Matthew auf die Gründungsgeschichte seiner Gemeinschaft. Frère Roger gründete Taizé während des Zweiten Weltkriegs in einer Zone großen Leidens. „Für mich ist das die große Frage von heute: Sind wir nicht gerufen, in diesen Situationen des Krieges präsent zu sein, wo es einen Riss in der menschlichen Familie gibt?“

Besonders die Erfahrung in Saporischschja, einer der gefährlichsten Städte nahe der Front, habe seine eigene Spiritualität vertieft. Die Begegnung mit den Menschen dort habe ihm die biblische Verheißung, dass die Finsternis das Licht nicht besiegen wird, völlig neu erschlossen.

Eine Lektion in Zähigkeit

Frère Matthew betonte, dass die Europäer viel von den Ukrainern lernen könnten: „Ich sehe in ihnen eine Art Zähigkeit durch Hoffnung, die ihnen die Kraft gibt, in der aktuellen Situation zu bestehen“. Er hoffe, dass die Jugendlichen durch das Treffen in Paris neue Kraft für ihren schwierigen Alltag schöpfen konnten.

Das Treffen endete am Neujahrstag mit dem gemeinsamen Gebet für den Frieden.

(vatican news - mg)

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05. Januar 2026, 12:23