Wortlaut: Papst-Botschaft an Opfer von Crans-Montana
Die Andacht wurde gemeinsam von der Diözese Sitten und der Evangelisch-reformierten Kirche des Wallis (EREV) organisiert. Vertreten waren Bischof Jean Marie Lovey von Sitten, Pastorin Sara Schulthess, Alexandre Ineichen, Abt von Saint Maurice, und Weihbischof Josef Stübi von Basel.
Die Botschaft des Papstes an die Opfer des Brandes von Crans-Montana und ihre Familien
Gedenkfeier am 1. Februar 2026
Mit großer Betroffenheit wende ich mich an Sie alle, die Sie einen Monat nach dem tragischen Brand in Crans-Montana, der zahlreiche Opfer gefordert hat, in Leid und Schmerz vereint sind. Sie haben einen geliebten Menschen verloren, oder einer Ihrer Angehörigen leidet noch immer – und wird vielleicht noch lange leiden – unter den Verletzungen, die ihn sein Leben lang prägen werden.
Ich möchte Ihnen einfach meine Nähe und meine Zuneigung zum Ausdruck bringen, zusammen mit der ganzen Kirche, die mit ihrer mütterlichen Präsenz – soweit möglich – Ihre Last mit Ihnen tragen möchte und den Herrn Jesus bittet, Ihren Glauben in dieser Prüfung zu stärken. Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei Ihren Priestern und in Ihren christlichen Gemeinschaften die geschwisterliche und spirituelle Hilfe finden, die Sie suchen, um Ihren Schmerz zu überwinden und Ihren Mut zu bewahren.
In diesen Stunden, in denen Ihre Seelen nicht nur vom Leid, sondern auch vom Unverständnis und dem Gefühl der Verlassenheit durchdrungen sind, kann ich Sie nur der Jungfrau Maria, unserer Schmerzensreichen Mutter, anvertrauen, damit sie Sie an ihr Herz drückt und Sie einlädt, gemeinsam mit ihr auf das Kreuz zu blicken, an dem auch ihr geliebter Jesus gelitten und sein Leben hingegeben hat. Am Kreuz wollte der Sohn Gottes – Gott selbst – das teilen, was Sie heute erleben. Er wird auch seine glorreiche und selige Auferstehung mit Ihnen teilen. Denn Jesus ist wirklich auferstanden! Das ist die herrliche Gewissheit, die die Heilige Kirche mit Zuversicht und Gelassenheit verkündet und auf der unsere unermessliche Hoffnung gründet. Die Hoffnung, diejenigen, die Sie verloren haben, eines Tages wiederzusehen, die Hoffnung, dass auch hier unten für Ihnen ein neuer Tag anbrechen wird und dass die Freude in Ihre Herzen zurückkehren wird.
Seien Sie sich dessen ganz sicher, wie der heilige Paulus sagt: Weder Tod noch Leben, weder Gegenwart noch Zukunft, weder Prüfungen noch Trennung, weder Leiden... nichts kann Sie und Ihre Lieben von der Liebe Gottes trennen, die in Christus ist (vgl. Röm 8,38). Und nichts von dem, was Sie mit ihnen an Schönem und Glücklichem erlebt haben, ist für immer verloren; nichts ist vorbei!
Wenn Maria Sie also in diesen traurigen und dunklen Tagen einlädt, auf das Kreuz zu schauen, lädt Sie auch dazu ein, auf den Himmel zu schauen, der immer hell ist. Wenn Sie sich fest an den Anker der Hoffnung klammern, der dort fest verankert ist und den Jesus Ihnen reicht (vgl. Hebr 6,19), werden Siedie Kraft und den Mut erhalten, durchzuhalten und Ihren Weg fortzusetzen.
Ich trage diese Absicht in meinem Gebet mit und bitte den Herrn um die Ruhe für Ihre Verstorbenen und Trost für Ihre Lieben. Von ganzem Herzen erteile ich Ihnen meinen herzlichen Apostolischen Segen.
Aus dem Vatikan, 28. Januar 2026
Leo XIV.
(Übersetzung: Stefan v. Kempis, Radio Vatikan)
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