Schweiz gedenkt der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana
Mario Galgano - Vatikanstadt
Im Kanton Wallis fand in Martigny der nationale Gedenkanlass statt. Zu dem Gedenkmoment reiste auch hoher Besuch aus dem Ausland an, um gemeinsam mit der Schweizer Bevölkerung ein Zeichen der Solidarität zu setzen.
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella sowie weitere Gäste waren in Martigny anwesend.
Um 14.00 Uhr wurde es im ganzen Land still. Gemäß einer Mitteilung des Bundes (Schweizer Regierung) war die gesamte Schweiz aufgefordert, innezuhalten, um die Trauer zu teilen, die das Land mit allen direkt betroffenen Familien und Freundeskreisen verband. Diese landesweite Schweigeminute diente dem Gedenken an die Opfer und dem Ausdruck tiefster Verbundenheit mit den Überlebenden. Zeitgleich läuteten die Kirchenglocken der drei Landeskirchen sowie mehrerer anderer Glaubensgemeinschaften, die sich mit eigenen Solidaritätsaktionen beteiligten.
Sichtbare Zeichen
Das sichtbare Zeichen der Trauer erstreckte sich über das ganze Land: An Regierungsgebäuden, dem Bundeshaus in Bern und bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen wurden die Fahnen auf Halbmast gesetzt. Auf öffentlichen Plätzen kamen Menschen zusammen, um in gemeinsamen Momenten der Stille der Verstorbenen zu gedenken. Vor allem die christlichen Kirchen boten vielerorts Gebete und seelsorgerische Begleitung an, wobei sich auch Religionsgemeinschaften wie ein hinduistischer Tempel in Bern beteiligten.
In St. Gallen luden die Landeskirchen unmittelbar nach dem Glockenschlag um 14.00 Uhr zum stillen Gebet auf den Klosterplatz ein. Die Diözese bat darum, nur mit der tiefsten Glocke zu läuten, um dem Ernst des nationalen Trauertags gerecht zu werden. Parallel dazu öffnete die ökumenische Cityseelsorge die Schutzengelkapelle, wo Seelsorgende für Gespräche und zum gemeinsamen Entzünden von Kerzen bereitstanden. Auch in Zürich versammelten sich die Menschen auf dem Münsterhof, wo Vertreter der katholischen und reformierten Kirche gemeinsam mit einem Rabbiner und einem Imam ein öffentliches Gedenken abhielten. In der anschließenden Andacht im Fraumünster sowie in einem Abendgottesdienst in der Kirche Liebfrauen um 18.15 Uhr wird der Opfer gedacht.
Trostworte und Gebete
In Basel bildete die Offene Kirche Elisabethen das Zentrum des Gedenkens. Bei einem Abendanlass zwischen 19.00 und 21.00 Uhr begleiten Bischof Felix Gmür und Regierungsrätin Tanja Soland die Trauernden. Ähnliche Szenen spielten sich in kleineren Gemeinden ab, etwa in Samedan oder in Stans, wo Regierungsrat Joe Christen in der Pfarrkirche zur Gemeinschaft spricht. In Bern bietet die Heiliggeistkirche bis 18.30 Uhr Raum für Trostworte und Gebete, während im hinduistischen Tempel der Stadt nach dem Geläut der Tempelglocken eine besondere Zeremonie stattfand.
Weitere Feiern wurden in Sitten und Siders abgehalten. Die Anteilnahme blieb auch über eine Woche nach der Katastrophe in der Neujahrsnacht ungebrochen. Am Unglücksort in Crans-Montana erinnerten Meere aus Blumen und Kerzen an die Tragödie. Auch Papst Leo XIV. hatte zuvor in einem Telegramm sein Beileid ausgesprochen und erklärt, dass er den Schmerz der Familien und der ganzen Schweiz teile. Am vergangenen Sonntag fand eine große Gedenkmesse in der Chapelle Saint-Christophe de Crans unter der Leitung von Bischof Jean-Marie Lovey und im Beisein der Schweizer Bischofskonferenz statt.
Die Staatsanwaltschaft in Rom eröffnet derweil ein Verfahren wegen Brandstiftung und fahrlässiger Tötung im Fall Crans-Montana.
(vatican news/pm)
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