UNICEF und ECHO liefern medizinische Hilfsgüter in die Demokratische Republik Kongo, um den Ebola-Ausbruch einzudämmen (Agenturfoto - Juni 2026) UNICEF und ECHO liefern medizinische Hilfsgüter in die Demokratische Republik Kongo, um den Ebola-Ausbruch einzudämmen (Agenturfoto - Juni 2026) 

Welt: Rund 350 Helfer bei humanitären Einsätzen in 2025 getötet

Im vergangenen Jahr sind weltweit 350 Helfer bei humanitären Einsätzen ums Leben gekommen, wie aus aktuellen Zahlen der in Großbritannien geführten Datenbank Aid Worker Security Database hervorgeht. Die Konflikte im Gazastreifen und im Sudan fordern demnach die meisten Opfer unter den humanitären Helfern. In Burkina Faso, der Demokratischen Republik Kongo, im Libanon, in Nigeria, Somalia, der Ukraine und im Jemen sind die Zahlen so hoch, wie nie zuvor seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1997.

Papst Leo XIV. hatte erst am Sonntag beim Mittagsgebet eindringlich zu einem „sofortigen Waffenstillstand" im Sudan aufgerufen. Das katholische Kirchenoberhaupt erinnerte nach seinem sonntäglichen Mittagsgebet im Vatikan auch an den Krieg zwischen Russland und der Ukraine und betonte einmal mehr: „Krieg bringt nur Krieg hervor und verursacht unermessliches Leid. " Mit Blick auf den Krieg zwischen der Ukraine und Russland erinnerte papst leo besonders an die unschuldigen Opfer „Auch aus der Ukraine und aus Russland erreichen uns weiter schmerzliche Nachrichten über unschuldige Menschen, die getötet oder verletzt wurden. Tragische Ereignisse reihen sich aneinander, ja sie häufen sich sogar und fordern immer mehr zivile Opfer, darunter auch Kinder. (...) Angesichts dieses großen Leids erneuere ich meinen eindringlichen Appell, das Völkerrecht zu achten und auf beiden Seiten Angriffe einzustellen, bei denen zivile Ziele getroffen werden."

„Gewalt gegen humanitäre Helfer auf alarmierendem neuen Höhepunkt“

Die „Aid Worker Security Database“ (AWSD) sammelt Daten von all jenen, die helfen wollen - und dabei ums Leben kommen. Laut eigener Aussage erfasst die AWSD „schwerwiegende Vorfälle gegen humanitäre Helfer" und umfasst Vorfallberichte von 1997 bis heute. Die 2005 ins Leben gerufene AWSD bezeichnet sich selbst als „bis heute die einzige umfassende globale Quelle für diese Daten". Laut dem jüngst veröffentlichten AWSD-Jahresbericht 2025 (Humanitarian Outcomes (2025). Aid Worker Security Report 2025. Defenceless: Aid worker security amid the humanitarian funding collapse) erschien dieser an einem „entscheidenden Wendepunkt für die internationale humanitäre Hilfe und in einer Zeit, in der die Gewalt gegen humanitäre Helfer einen alarmierenden neuen Höhepunkt erreicht hat." Der Verlust von Finanzmitteln, Kapazitäten im Sicherheitsrisikomanagement und – an manchen Orten – der Akzeptanz in der Bevölkerung habe humanitäre Helfer einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Finanzierungskrise verschärft Lage

Die Finanzierungskrise, die den Sektor derzeit erschüttert, komme zu eskalierenden Konflikten und einer starken Aushöhlung der humanitären Normen und des humanitären Völkerrechts durch staatliche Akteure hinzu – was an einigen Orten durch „öffentliche Verleumdungskampagnen gegen Hilfsorganisationen" noch verstärkt wird, heißt es. Einzelberichte und einige offizielle Berichte deuten demnach auf einen direkten Zusammenhang zwischen Programmkürzungen und gewalttätigen Vorfällen hin. Gleichzeitig sei die Überwachung von Vorfällen schwieriger geworden, da Daten- und Analyseanbieter mit erheblichen Mittelkürzungen konfrontiert sind. Hilfsorganisationen berichten, dass sie Stellen im Sicherheitsbereich, Kommunikationskapazitäten und andere wichtige Unterstützungsmaßnahmen abbauen müssen, was sie vor die schwierige Wahl stellt, entweder ein erhöhtes Risiko in Kauf zu nehmen oder Gemeinden im Stich zu lassen.

„Hoffnungsschimmer in einer ansonsten dunklen Zeit für humanitäre Maßnahmen“

Positiv sehen die Verfasser des Berichts eine Reihe diplomatischer Initiativen zum Schutz von Hilfskräften: Die Resolution 2730 (2024) des UN-Sicherheitsrats verurteile zum ersten Mal nicht nur Angriffe auf humanitäre Helfer, sondern fordere auch Rechenschaftspflicht und gerichtliche Wiedergutmachung – und bietee damit einen Hoffnungsschimmer „in einer ansonsten dunklen Zeit für humanitäre Maßnahmen".

(awsd-sst)

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10. August 2026, 15:27