Sudan: Der Krieg tritt in eine neue Phase ein
Das Oberhaupt der katholischen Kirche appellierte am Sonntag an die Konfliktparteien, unverzüglich humanitäre Korridore zur Versorgung der Zivilbevölkerung einzurichten, und rief die internationale Gemeinschaft auf, Verhandlungen über eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten zu unterstützen.
Die Stadt El Obeid in Nord-Kordofan, in der sich mehrere hunderttausend Menschen und Binnenvertriebene aufhalten, ist ständigen Drohnenangriffen ausgesetzt. Diese Luftschläge treffen regelmäßig die Energie- und Wasserversorgung sowie medizinische Einrichtungen. Durch den Ausfall der Infrastruktur und die einsetzende Regenzeit breitet sich im Stadtgebiet zudem die Cholera aus, während Versorgungswege weitgehend blockiert sind.
Kämpfe an der Grenze zu Äthiopien
Parallel dazu verzeichnen die sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter General Abdel Fattah al-Burhan Truppenbewegungen im Südosten des Landes nahe der Grenze zu Äthiopien. In der Region Blue Nile sowie bei Qaisan kam es Mitte August zu Gefechten, bei denen die SAF Geländegewinne gegen die RSF und verbündete Gruppen zu sichern versuchen, um Kommunikationswege nach Äthiopien zu kontrollieren.
Der Konflikt hat sich durch die Einbindung externer Akteure weiter verfestigt. Die sudanesische Führung beschuldigt Äthiopien, den Start von Drohnen von seinem Staatsgebiet aus zuzulassen. Gleichzeitig richten sich internationale Vorwürfe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate hinsichtlich der materiellen Unterstützung der RSF. Die Vereinten Nationen warnen vor einem drohenden Kollaps der zivilen Ordnung in den umkämpften Gebieten, falls die militärische Offensive auf El Obeid anhält.
(fides/uno - mg)
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