Eine Person geht am 10. August 2026 in Pereira (Kolumbien) an den Trümmern einiger Häuser vorbei, die nach einem Erdbeben der Stärke 7,4 beschädigt wurden. Eine Person geht am 10. August 2026 in Pereira (Kolumbien) an den Trümmern einiger Häuser vorbei, die nach einem Erdbeben der Stärke 7,4 beschädigt wurden.  (ANSA)

Kolumbien: Kirche ruft nach Erdbeben zu Zusammenhalt und Hilfe auf

Nach einem Erdbeben der Stärke 7,4, das weite Teile Kolumbiens sowie angrenzende Gebiete in Venezuela, Ecuador und Panama erschütterte, hat die katholische Kirche in Kolumbien zur Unterstützung der Betroffenen aufgerufen.

Sebastián Sansón Ferrari und Mario Galgano - Vatikanstadt

Das Epizentrum des Bebens lag in der Gemeinde San José del Palmar im Departement Chocó. Die Erschütterungen verursachten erhebliche Schäden an Wohngebäuden, Krankenhäusern, Schulen, Kirchen und der Verkehrsinfrastruktur. Offiziellen Angaben zufolge kamen mehr als 130 Menschen ums Leben, über 570 Personen wurden verletzt, und zahlreiche Menschen gelten als vermisst. In Städten wie Pereira suchen Rettungsteams in den Trümmern eingestürzter Gebäude nach Überlebenden.

Zum Nachhören - was der Kardinal sagte

In einer Erklärung aus Bogotá sprachen die kolumbianischen Bischöfe den Hinterbliebenen, Verletzten und Obdachlosen ihr Mitgefühl aus. Sie betonten, dass eine Katastrophe dieser Größenordnung nicht von Einzelnen bewältigt werden könne. Die Bischofskonferenz kündigte an, in Kürze konkrete Wege für Hilfslieferungen und Spenden bekanntzugeben.

Die Rettungskräfte bitten mit einer Geste um Ruhe, während sie in einem nach einem Erdbeben in Pereira (Kolumbien) am 10. August 2026 eingestürzten Gebäude nach Überlebenden suchen.
Die Rettungskräfte bitten mit einer Geste um Ruhe, während sie in einem nach einem Erdbeben in Pereira (Kolumbien) am 10. August 2026 eingestürzten Gebäude nach Überlebenden suchen.   (AFP or licensors)

Gesellschaftliche Herausforderung

Kardinal Luis José Rueda Aparicio, Erzbischof von Bogotá und Primas von Kolumbien, bezeichnete die Lage als eine gesellschaftliche Herausforderung. Er erklärte, die Krise müsse als Anlass genutzt werden, Gemeinsamkeiten zu suchen und Spaltungen zu überwinden. Neben dem materiellen Wiederaufbau von Häusern und öffentlichen Einrichtungen stehe der gesellschaftliche und innerliche Zusammenhalt im Vordergrund. Der Kardinal hob zudem den Einsatz von Lebensmittelbanken sowie von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den Diözesen hervor und rief dazu auf, den Betroffenen mit Wissen und Arbeitskraft zur Seite zu stehen und erläuterte gegenüber den Vatikanmedien:

„Nicht nur, um die Mauern unserer Häuser wieder aufzubauen – was wir tun müssen –, sondern vor allem, um uns von Herzen als geeinte Gesellschaft wieder aufzubauen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Arbeit der Tafeln und der Freiwilligen in den Diözesen des Landes wichtig. Jetzt müssen wir unsere Hände, unser Herz und unsere Weisheit in den Dienst derer stellen, die alles verloren haben.“

Appell der Kolumbianischen Bischofskonferenz

Die Bischöfe schlossen in der Mitteilung ihren Aufruf mit Worten des Zuspruchs an die Einsatzkräfte der Rettungsdienste, des medizinischen Personals, der Behörden und der Sicherheitskräfte, die an den Such- und Bergungsarbeiten beteiligt sind.

In den besonders betroffenen Diözesen Manizales, Pereira und Cali unterstützen Geistliche und ehrenamtliche Helfer die örtlichen Einsatzkräfte. In Manizales richtete Erzbischof José Miguel Gómez den Fokus auf die Begleitung der von Zerstörungen betroffenen Gemeinden. In Pereira verständigte sich die Diözese unter Leitung von Bischof Nelson Jair Cardona Ramírez mit den kommunalen Behörden auf eine gemeinsame Koordinierung der Rettungs- und Versorgungsarbeiten. In Cali wurden historische Kirchenbauten wie die Kathedrale San Pedro Apóstol und die Kirche La Merced beschädigt; Personenschäden wurden aus der Stadt bislang nicht gemeldet.

Die humanitäre Hilfe wird maßgeblich über das Netzwerk der Lebensmittelbanken und das Hilfswerk Caritas Colombiana organisiert. Trotz eigener Gebäudeschäden verlegte die Lebensmittelbank in Buenaventura ihren Betrieb in ein Ausweichlager, um Notunterkünfte und Krankenhäuser weiterhin mit Nahrungsmitteln zu beliefern. Die Lebensmittelbank in Bogotá startete ein Sonderprogramm zur Beschaffung und Verteilung von Trinkwasser, Lebensmitteln und Bedarfsgütern. Parallel dazu aktivierte die Caritas ihren nationalen Notfalldienst zur Einwerbung und Verteilung von Finanzmitteln für die geschädigten Bezirke.

(vatican news)

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11. August 2026, 10:24