Israelische Armee erklärt Christendorf Taybeh zum Sperrgebiet
Personen, die in dem betreffenden Areal nicht ansässig seien, dürften es weder betreten noch sich dort aufhalten, heißt es in der Anordnung. Ein Armeesprecher erklärte gegenüber Medien, das Verbot gelte nicht für Palästinenser. Auch Journalisten seien ausgenommen, solange deren Anwesenheit sie nicht in Lebensgefahr bringe oder Militäroperationen behindere.
Der Pfarrer von Taybeh, Baschar Fawadleh, wies am Montag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) die Erklärung zurück, die Abriegelung des Dorfes erfolge zum Schutz vor israelischen Siedlern. Ein effektiver Schutz könne durch andere Mittel erfolgen. Zudem hielten sich trotz der Anordnung israelische Siedler mit Viehherden im Sperrgebiet auf.
Am Montagvormittag gab es bei der Zufahrtsstraße in das etwa 30 Kilometer nördlich von Jerusalem gelegene Taibeh erhebliche israelische Armeepräsenz. Für Fahrzeuge, die das Dorf verlassen wollten, kam es aufgrund der Sperren zu erheblichen Staus.
Deutlich verschärfte Lage
Gegenwärtig leben in Taybeh laut dem Priester Fawadleh knapp 1.200 Menschen. Angesichts der eskalierenden Gewalt wollten weiterhin viele Bewohner das Dorf verlassen. Die Lage habe sich in den vergangenen Monaten drastisch verschärft.
Im Monat Juli verzeichneten palästinensische Quellen mindestens elf Siedlerübergriffe im Gebiet von Taybeh. Allein seit dem vergangenen Mittwoch seien israelische Siedler wiederholt eingedrungen und hätten ihre Schafherde auf das Land einer christlichen Familie getrieben, sagte Fawadleh.
(kna/kap- sst)
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