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Blick auf Taybeh (Agenturbild, 10.8.2026) Blick auf Taybeh (Agenturbild, 10.8.2026) 

Israelische Armee erklärt Christendorf Taybeh zum Sperrgebiet

Taybeh, das letzte christlich-palästinensische Dorf im besetzten Westjordanland, ist zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Wie am Sonntag bekannt wurde, gilt die Anordnung vom 23. Juli für Israelis. Grund seien gewalttätige Angriffe israelischer Siedler, erklärte die Armee. Die Maßnahme gilt bis zum 1. Juli 2027 und betrifft ein Gebiet von etwa 14 Quadratkilometern einschließlich Teilen der benachbarten Dörfer Dayr Jarir und Ramun.

Personen, die in dem betreffenden Areal nicht ansässig seien, dürften es weder betreten noch sich dort aufhalten, heißt es in der Anordnung. Ein Armeesprecher erklärte gegenüber Medien, das Verbot gelte nicht für Palästinenser. Auch Journalisten seien ausgenommen, solange deren Anwesenheit sie nicht in Lebensgefahr bringe oder Militäroperationen behindere.

Der Pfarrer von Taybeh, Baschar Fawadleh, wies am Montag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) die Erklärung zurück, die Abriegelung des Dorfes erfolge zum Schutz vor israelischen Siedlern. Ein effektiver Schutz könne durch andere Mittel erfolgen. Zudem hielten sich trotz der Anordnung israelische Siedler mit Viehherden im Sperrgebiet auf.

Am Montagvormittag gab es bei der Zufahrtsstraße in das etwa 30 Kilometer nördlich von Jerusalem gelegene Taibeh erhebliche israelische Armeepräsenz. Für Fahrzeuge, die das Dorf verlassen wollten, kam es aufgrund der Sperren zu erheblichen Staus.

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Deutlich verschärfte Lage

Gegenwärtig leben in Taybeh laut dem Priester Fawadleh knapp 1.200 Menschen. Angesichts der eskalierenden Gewalt wollten weiterhin viele Bewohner das Dorf verlassen. Die Lage habe sich in den vergangenen Monaten drastisch verschärft.

Im Monat Juli verzeichneten palästinensische Quellen mindestens elf Siedlerübergriffe im Gebiet von Taybeh. Allein seit dem vergangenen Mittwoch seien israelische Siedler wiederholt eingedrungen und hätten ihre Schafherde auf das Land einer christlichen Familie getrieben, sagte Fawadleh.

(kna/kap- sst)

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10. August 2026, 16:19