Archivbild: Weltsynode im Oktober 2024 Archivbild: Weltsynode im Oktober 2024  (VATICAN MEDIA Divisione Foto)

Nordamerikanische Bischöfe fordern Reform der synodalen Praxis

Zögerlichkeit und Widerstände gegenüber dem synodalen Weg der katholischen Kirche lassen sich nach Ansicht nordamerikanischer Bischöfe durch verständlichere Erklärungen, eine fundiertere Ausbildung und mehr praktische Erfahrung überwinden. Dies erklärten Vertreter aus den USA und Kanada nach einem Treffen im Vatikan, bei dem sie Ende Juni mit Papst Leo XIV. und Mitgliedern des Generalsekretariats der Synode zusammenkamen.

Erzbischof Paul S. Coakley aus Oklahoma City, Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz, betonte: „Ein klares Ergebnis ist die Notwendigkeit einer verstärkten Ausbildung in der Synodalität, einschließlich ihrer Bedeutung, ihrer Methoden und ihrer Spiritualität.“ Synodalität werde oft als komplizierter Prozess mit einer Fachsprache wahrgenommen, die den meisten Katholiken fremd sei. „Wenn wir die Darstellung der Synodalität nicht vereinfachen, läuft sie Gefahr, zum exklusiven Bereich von Spezialisten oder Eingeweihten zu werden, anstatt eine Form des gemeinsamen Glaubenslebens zu sein“, so Coakley.

Das Treffen im Vatikan diente der Berichterstattung über die Umsetzung des im Oktober 2024 veröffentlichten Abschlussdokuments auf den verschiedenen Kontinenten. Neben Erzbischof Coakley gehörten der US-Weihbischof Juan Miguel Betancourt, der kanadische Bischof Pierre Goudreault sowie die Beraterin Julia McStravog zur nordamerikanischen Delegation.

Fortschritte und strukturelle Hürden

Bischof Betancourt berichtete von Fortschritten in den USA, wo monatliche virtuelle Treffen die Zusammenarbeit der Diözesen gestärkt hätten. In vielen Regionen werde die Methode des „Gesprächs im Geist“ erfolgreich genutzt, um Laien, Ordensleute und Geistliche in die pastorale Planung einzubinden. Dies helfe bei der Strukturierung von Pfarreien, der Anpassung von Gottesdienstzeiten und der Ressourcenverteilung.

Gleichzeitig benannte Betancourt zwei Herausforderungen: die theologische Fachsprache und den Widerstand gegen den Prozess. Eine stärkere Beteiligung von Laien, insbesondere von Menschen am Rande der Gesellschaft, sei notwendig, um den Klerikalismus zu überwinden. „Synodalität bedeutet keine Abkehr von der katholischen Tradition, sondern eine tiefere Rückkehr zu ihr“, betonte Betancourt. Es gehe um die Unterscheidung des göttlichen Willens und nicht um persönliche Interessen. Das Ziel bleibe eine effektivere Evangelisierung.

Initiativen in Kanada und theologische Einordnung

In Kanada reagiert die Kirche auf die bestehende Zögerlichkeit mit neuen Online-Angeboten und einem Netzwerk zur Förderung des synodalen Austauschs. Bischof Goudreault erklärte: „Wir lernen Synodalität, indem wir sie leben, und nicht, indem wir über sie reden.“ In seiner Diözese leiten eine Frau und ein Priester gemeinsam das Synodalteam. Zudem band er die Priester über einen gemeinschaftlichen Unterscheidungsprozess in die Personalplanung für Pfarreien ein. Zur synodalen Rechenschaftspflicht gehörte laut Goudreault auch eine persönliche Evaluation seiner eigenen Amtsführung durch das Diözesanteam.

Bezüglich der Ausrichtung des Vatikans erklärte Erzbischof Coakley, dass Papst Leo XIV. die synodale Vision von Papst Franziskus auf eigene Weise weiterführe. Bischof Betancourt ergänzte, der Fokus des Papstes liege auf der kirchlichen Gemeinschaft. Durch Ausbildung auf allen Ebenen solle Ängsten begegnet werden. Der Papst habe klargestellt, dass Synodalität weder die kirchliche Lehre verändere noch die hierarchische Struktur der Kirche untergrabe. Vielmehr diene sie als Fundament für die Verkündigung in der Gegenwart.

(ucan - mg)

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04. Juli 2026, 10:42