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Von der sudanesischen Armee beschlagnahmte Waffen werden in Khartum der Presse gezeigt Von der sudanesischen Armee beschlagnahmte Waffen werden in Khartum der Presse gezeigt  (AFP or licensors)

Sudan: Krieg hat auch wirtschaftliche Gründe

Gold und „Gummi arabicum“ – eine Ressource, bei der der Sudan zu den weltweit führenden Produzenten zählt – schüren den anhaltenden Krieg im Land und finanzieren die Aktivitäten der Kriegsparteien.



Dies geht aus einem neuen Bericht des UNO-Menschenrechtsbüros hervor, der jetzt in Genf veröffentlicht wurde. Darin wird dokumentiert, wie die Kontrolle über natürliche Ressourcen und Handelswege zu einem der zentralen Elemente der Kriegswirtschaft geworden ist. Diese hat sich nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten im April 2023 zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Schnellen Unterstützungstruppen (RSF) entwickelt.

„Der immense natürliche Reichtum des Sudan sollte der Bevölkerung zugutekommen. Leider geschieht heute genau das Gegenteil“, erklärte UNO-Sprecherin Ravina Shamdasani bei der Vorstellung des Berichts. Sie betonte, dass diese Ressourcen „dazu beitragen, den Konflikt zu schüren, was menschliches Leid in großem Ausmaß zur Folge hat“.


Drohungen, Erpressungen, willkürliche Festnahmen

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem „Gummi arabicum“, einem unverzichtbaren Rohstoff für die Lebensmittel-, Getränke-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Vor dem Krieg entfielen auf den Sudan zwischen 70 und 80 Prozent der weltweiten Exporte von rohem „Gummi arabicum“, mit einem Jahreswert von bis zu 183 Millionen Dollar – ein Sektor, von dem etwa 5 Millionen Menschen abhängig sind.

Dem Bericht zufolge haben die RSF große Mengen des Produkts geplündert und die traditionellen Handelsrouten in Richtung Darfur, Tschad, Südsudan und Kenia umgeleitet, wo die Ware vor dem Export oft neu etikettiert wird. Händler und Produzenten berichten von Drohungen, Erpressungen, willkürlichen Festnahmen und der Erhebung illegaler Abgaben entlang der von den verschiedenen Fraktionen kontrollierten Korridore.


Fast die Hälfte der Goldproduktion gelangte illegal in den Schmuggelkreislauf

Auch der Goldhandel stellt eine entscheidende Finanzierungsquelle für den Krieg dar. Im Jahr 2024 wurden in den von der regulären Armee kontrollierten Gebieten etwa 65 Tonnen Goldproduktion gemeldet, von denen 28 Tonnen offiziell über Port Sudan im Wert von rund 1,6 Milliarden Dollar exportiert wurden – fast die Hälfte des gesamten nationalen Exports. Nach Angaben der UNO sollen jedoch fast 48 Prozent der Goldproduktion illegal in den Schmuggelkreislauf gelangt sein.

In den von der RSF kontrollierten Gebieten, insbesondere in Darfur und Kordofan, soll der Goldabbau ohne offizielle Daten weitergehen und zur militärischen Finanzierung des Konflikts beitragen. Für Büro des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte ist die Unterbindung der Kriegswirtschaft und des illegalen Handels mit natürlichen Ressourcen eine unabdingbare Priorität, um die Gewalt einzudämmen, die Rechte der Zivilbevölkerung zu schützen und die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen.

(sir – sk)
 

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17. Juli 2026, 11:49