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Überlebende des Anschlags von Al-Fashir berichten von ihrer brutalen Flucht aus dem Sudan Überlebende des Anschlags von Al-Fashir berichten von ihrer brutalen Flucht aus dem Sudan 

Sudan: Hilfswerke mahnen zur Unterstützung

Der bewaffnete Konflikt im Sudan hält unvermindert an und belastet die Versorgungslage im Land erheblich. Nach Angaben der beteiligten Organisationen leiden derzeit rund 20 Millionen Menschen – was 40 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht – unter akutem Hunger. Angesichts der Entwicklungen im vierten Kriegsjahr initiieren die kirchlichen Hilfswerke Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international eine gemeinsame Sommeraktion.

Unter dem Titel „Die größte Katastrophe ist das Vergessen“ bitten die Hilfswerke um Spenden für die Betroffenen im Sudan sowie in den angrenzenden Nachbarstaaten. Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass die Lage vor Ort im internationalen Vergleich zunehmend aus dem Blickfeld gerät. Martin Keßler, der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, äußert sich kritisch zur weltweiten Wahrnehmung der Lage: „Die verheerende Lage im Sudan findet immer weniger Beachtung. Sie wird von anderen Kriegen und Katastrophen überlagert. Und sie wird international schlichtweg ignoriert, obwohl es die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit ist.“ Berichten zufolge verloren infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen bereits mehr als 150.000 Menschen ihr Leben, zudem droht in mehreren Regionen eine akute Hungersnot.

20.000 Freiwillige

Um der Not zu begegnen, finanziert die Diakonie Katastrophenhilfe sogenannte Emergency Response Rooms im Sudan. Diese lokalen Nachbarschaftskomitees übernehmen die Versorgung in Gebieten, die für ausländische Organisationen unzugänglich sind. Mehr als 20.000 Freiwillige engagieren sich im Rahmen dieser zivilgesellschaftlichen Strukturen, um die schulische und medizinische Grundversorgung aufrechtzuerhalten sowie Mahlzeiten und Schutz für gefährdete Familien bereitzuweisen. Keßler bezeichnet dieses Engagement als lebensrettend und sieht in der Unterstützung eine moralische Verpflichtung für christliche Organisationen.

Die Relevanz privater Initiativen resultiert auch aus dem Rückgang der offiziellen internationalen Finanzhilfen. Der von den Vereinten Nationen veranschlagte humanitäre Hilfsplan für den Sudan, welcher ein Volumen von umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro umfasst, war im vergangenen Jahr lediglich zu knapp 40 Prozent gedeckt. Oliver Müller, Leiter von Caritas international sowie Vorstand beim Deutschen Caritasverband, warnt vor den Konsequenzen schwindender Zuwendungen: „Die Antwort auf fast 34 Millionen Menschen, die im Sudan humanitäre Hilfe benötigen, kann nicht darin bestehen, Hilfe zu reduzieren, denn das bedeutet, sowohl die Notleidenden als auch die Helfenden im Stich zu lassen. Dieser Tendenz können wir aber mit Anteilnahme und Spenden für Hilfe im Sudan und den Nachbarländern begegnen. Solidarität rettet Menschenleben.“

Erhebliche Dimensionen

Die Fluchtbewegungen im Zuge des Konflikts haben erhebliche Dimensionen angenommen. Während innerhalb des Sudans mehr als neun Millionen Personen vertrieben wurden, flüchteten weitere 4,5 Millionen Menschen in Staaten wie den Tschad, den Südsudan oder nach Ägypten. In diesen Aufnahmeländern stellt Caritas international Hilfsprogramme bereit.

Erschwert wird die humanitäre Arbeit durch eine zunehmende Gefährdung des Personals und der Infrastruktur im Sudan. Konfliktparteien richten ihre Angriffe demnach auch gegen Schulen, medizinische Einrichtungen und Helfer, was den Zugang zu den Notleidenden einschränkt und einen Bruch des humanitären Völkerrechts darstellt. Die Versorgungssituation spitzt sich in den Sommermonaten weiter zu, da die Nahrungsmittelvorräte aufgebraucht sind und die nächste Ernte erst im Herbst ansteht.

Die seit dem Jahr 2011 jährlich ausgerichtete Sommeraktion von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe zielt darauf ab, die Aufmerksamkeit gezielt auf solche vernachlässigten Krisengebiete zu lenken und die notwendigen Mittel für die Weiterführung der Hilfsprogramme einzuwerben.

(pm - mg)

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01. Juni 2026, 10:22