Kirchliche Organisationen Indonesiens fordern die Politik zum Schutz der vertriebenen Indigenen auf Kirchliche Organisationen Indonesiens fordern die Politik zum Schutz der vertriebenen Indigenen auf 

Indonesien: Kirche fordert Ende der Militarisierung & Schutz der Indigenen Papuas

Kirchliche Organisationen appellieren an die Behörden Indonesiens, ihren Fokus auf den Schutz der vertriebenen Zivilbevölkerung in der indonesischen Region Papua zu legen und ihre zunehmenden Militäroperationen einzustellen. Darüber hinaus fordert die Organisation die Zulassung humanitärer Hilfen in dem von langjährigen Konflikten geplagten Gebiet.

 

In dem an diesem Donnerstag bei einer Medienveranstaltung in Jakarta vorgestellte Appell weist das indonesische christliche Gemeindeforum (FUKRI) darauf hin, dass mehr als 100.000 Zivilisten in Papua vertrieben wurden sowie lediglich einen eingeschränkten Zugang zu Nahrungsmitteln, Bildung, Gesundheitsversorgung, Schutz und seelsorgerischer Betreuung hätten. Das Forum setzt sich zusammen aus der Indonesischen Bischofskonferenz, der Protestantischen Kirchengemeinschaft Indonesiens sowie evangelischen, pfingstkirchlichen, baptistischen, adventistischen und orthodoxen Kirchen.

Militärpräsenz erhöht

Der indonesische Staat habe nach Aussagen des FUKRI seine Militärpräsenz durch zusätzliche Sicherheitskräfte, neue Verteidigungsanlagen und Einsatz von Sicherheitspersonal in strategisch nationalen Projekten vertieft. Dies führe zu der grundlegenden Frage, ob ein „zunehmend dominanter Sicherheitsansatz wirklich den Hauptbedürfnissen der indigenen Papua gerecht [wird] oder verlängert er stattdessen Angst, Misstrauen und das Leid der Zivilbevölkerung“? Kirchen, indigene Anführer, Jugendliche, Akademiker und zivilgesellschaftliche Gruppen träfen seit geraumer Zeit mit ihrer Forderung eines inklusiven Dialogs in der staatlichen Politik auf kein Gehör, berichtet das Forum. „Dialog ist kein Zeichen staatlicher Schwäche, sondern ein Zeichen demokratischer Reife. Dialog bedeutet Mut, Wunden anzuhören, Raum zu schaffen, um die Realitäten des anderen anzuerkennen, Vertrauen aufzubauen und einen Ausweg zu suchen, der die Würde aller Beteiligten respektiert.“

Humanitäre Arbeit ohne Einschüchterung

Das Forum forderte die Regierung dazu auf, den Kirchen die Möglichkeit zu gewähren, ihre humanitäre Arbeit ohne Einschüchterung oder Stigmatisierung durchzuführen. „Der Dienst der Kirche an notleidenden Gemeinschaften sollte nicht als Unterstützung irgendeiner bestimmten Gruppe oder als Verbindung zum Separatismus missverstanden werden.“

Der Vorsitzende der Kirchengemeinschaft Reverend Jacklevyn Fritz Manuputty erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Stimme der Kirche Papuas humanitärer Natur sei. Der Anthropologe Cypri Jehan Paju Dale begrüßte die Kritik an den Militäroperationen, unterstrich jedoch auch, dass die Kirchen sich noch nicht mit dem Kernproblem auseinandergesetzt hätten: „Wir alle wissen, dass die  Militäroperationen Indonesiens in Papua in Gebieten durchgeführt werden, die als Bergbaukonzessionen im Hochland von Papua ausgewiesen sind, sowie in Plantagenkonzessionsgebieten, wie beispielsweise in Süd-Papua und Südwest-Papua“.

122.000 Vertriebene Papua

Human Rights Monitor gab Ende Juni bekannt, dass mehr als 123.931 Papua innerhalb des Landes vertreiben wurden, während das indonesische Menschenrechtsministerium am 7. Juli rund 122.000 vertriebene Papua meldete. Separat davon berichtete die nationale Menschenrechtskommission von 42 registrierten bewaffneten Vorfällen im ersten Halbjahr dieses Jahres, bei denen 59 – zumeist Zivilisten – getötet wurden. 

(usan - sc)

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18. Juli 2026, 11:39