Indonesien: Gewalt in Papua - Angriff auf Katholiken
Laut lokalen Zeugenaussagen soll die Bombe von einer Drohne abgeworfen worden sein. Die Explosion in der St.-Paulus-Kirche im Dorf Mbamogo (indonesische Provinz Zentral-Papua) trieb hunderte Dorfbewohner in die umliegenden Wälder. Vier indigene papuanische Katholiken wurden bei dem Angriff verletzt.
„Ein tiefes Trauma“
„Der jüngste Drohnenangriff […] in Intan Jaya hat zivile Opfer gefordert und in der örtlichen Gemeinde ein tiefes Trauma hinterlassen“, erklärt Pater Alexandro Rangga, Direktor der Franziskaner-Kommission „Gerechtigkeit und Frieden“ in Indonesisch-Papua. „Wir bringen unsere tiefe Besorgnis über die zunehmende Gewalt zum Ausdruck, die sich gegen Kultstätten und unbewaffnete Einwohner richtet. Wir bekräftigen, dass der Schutz des menschlichen Lebens, die Würde der indigenen Gemeinschaften und die Unantastbarkeit religiöser Stätten ausnahmslos gewahrt werden müssen. Wir fordern eine unabhängige Untersuchung sowie sofortige Sicherheitsgarantien und humanitären Zugang für alle betroffenen Familien.“
Die indonesische Armee (TNI) bestritt jegliche Beteiligung und sprach von einer möglichen „Provokation“, die darauf abziele, Unruhe zu stiften und die Spannungen zwischen dem Militär und der Bevölkerung weiter anzuheizen.
Jahrzehntelange Konflikte
Die Region ist seit Jahrzehnten von heftigen Konflikten zwischen indonesischen Sicherheitskräften und papuanischen Separatistengruppen geprägt. Pater Alexandro Rangga beschreibt die Lage mit großer Besorgnis: „Schießereien, Sicherheitsoperationen, die Zivilisten treffen, der Tod von Kindern, Frauen, Studenten und Indigenen sowie die jüngsten Bombenexplosionen in der Nähe von Kultstätten haben nicht nur zu einer Flüchtlingswelle geführt, sondern auch tiefe Wunden und Leid verursacht.“
Der Konflikt konzentriert sich hauptsächlich auf das zentrale Hochland. Die indonesischen Militäroperationen haben in den letzten Jahren zugenommen und massive Vertreibungen der zumeist indigenen Papua verursacht. Die lokale Bevölkerung wirft dem Militär unter anderem Folter, Menschenrechtsverletzungen, das Verschwindenlassen von Personen sowie Angriffe auf Kirchen und Schulen vor. Das Militär weist die Vorwürfe zurück und behauptet, lediglich gegen bewaffnete Separatisten vorzugehen.
Appell an die Gläubigen
Die Franziskaner, die seit 1937 durch niederländische Missionare in der Region vertreten sind, kritisieren die zunehmende Militarisierung ziviler Gebiete. „Die übermäßige Präsenz bewaffneter Streitkräfte hat bisher Traumata, Angst, Vertreibung und neue Verwundbarkeiten für die Gemeinschaften verursacht“, betonen sie. „Wie in der Enzyklika ‚Pacem in Terris‘ dargelegt, gründet wahrer Frieden allein auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit.“
Ihr Appell ist deutlich: „Wir rufen alle Gläubigen auf, ihre Gebete für den Frieden in Papua zu intensivieren, einen Raum der Solidarität für die Opfer zu schaffen und selbst zu Friedensstiftern in der Gemeinschaft zu werden. Papua darf kein Ort endlosen Krieges sein.“
In der gesamten Region spielen die katholische sowie die protestantischen Kirchen eine zentrale Rolle bei der Verteidigung der Menschenwürde und der Menschenrechte sowie bei der Förderung von Dialog und Frieden.
(fides – nm)
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