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Kongo: Sorge vor Ebola-Ausbreitung in Goma

In der Millionenstadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo wächst die Sorge vor einer Ausbreitung des Ebola-Virus.

Die Stadt in der Provinz Nord-Kivu wird bereits von bewaffneten Konflikten, Vertreibung, Armut sowie Krankheiten wie Cholera, Malaria und Masern heimgesucht. Nun kommt die Angst vor einer Ausbreitung des Ebola-Virus hinzu. Die Entwicklungsorganisation VIS (Volontariato Internazionale per lo Sviluppo), die mit den Salesianern Don Boscos zusammenarbeitet, hat deshalb Präventionsmaßnahmen in Schulen, Gesundheitszentren und Sozialprojekten verstärkt.

In den Schulen wurden Händewaschstationen mit Chlor und Desinfektionsmitteln eingerichtet, Temperaturkontrollen eingeführt und Aufklärungskampagnen gestartet, berichtet Monica Corna. Sie ist Projektleiterin von VIS in Goma und seit 22 Jahren in der Stadt. „Das Leben geht normal weiter, aber Präventionsmaßnahmen müssen überall umgesetzt werden“, betont sie.

„Das Leben geht normal weiter, aber Präventionsmaßnahmen müssen überall umgesetzt werden“

Belastungen der medizinischen Versorgung

Es gibt noch keine offiziell registrierten, aktiven Ebola-Fälle in Goma, doch das kann sich jederzeit ändern. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurdenlandesweit bislang 344 bestätigte Ebola-Fälle registriert, 60 Menschen sind gestorben. Es handelt sich um den 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und den ersten größeren Ausbruch seit Jahren. Besonders schwierig ist die Situation, weil Teile der betroffenen Regionen von der M23-Rebellenbewegung kontrolliert werden und nicht unter der Verwaltung der Zentralregierung in Kinshasa stehen. „Die Bekämpfung einer Epidemie ist extrem kompliziert, wenn man mit verschiedenen Akteuren über Zugang und Maßnahmen verhandeln muss“, erklärt Corna.

Ständige Bevölkerungsbewegungen erschweren die Nachverfolgung möglicher Infektionsketten, und „das Gesundheitssystem droht zusammenzubrechen“, warnt Corna. Vielerorts fehlten Medikamente und Hilfsgüter. 

„Wir brauchen Präventionsmaterialien, verlässliche Informationen und Unterstützung bei der Ernährung“

Für Monica Corna steht fest, worauf es jetzt ankommt: „Wir brauchen Präventionsmaterialien, verlässliche Informationen und Unterstützung bei der Ernährung. Vor allem dürfen wir nicht gleichgültig sein. Was hier geschieht, betrifft uns alle – auch diejenigen, die Tausende von Kilometern entfernt leben.“

Priorität: Informationsarbeit

Die VIS unterstützt eine Ambulanz für die medizinische Grundversorgung und Programme gegen Mangelernährung. Rund 300 Kinder erhalten regelmäßig warme Mahlzeiten. Ebenso wichtig sei derzeit die Informationsarbeit mit Familien, Lehrkräften und der lokalen Bevölkerung. Die Projekte werden auch durch die italienische Bischofskonferenz gefördert.

(sir – nm)

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05. Juni 2026, 14:42