Kongo: Fast drei Millionen Kinder in Gefahr
Darauf weist das UNO-Kinderhilfswerk Unicef hin. Die Gefahr gehe nicht nur von Ebola aus, sondern auch vom Zusammenbruch grundlegender Versorgungsdienste im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die fast drei Millionen gefährdeten Kinder und Jugendlichen machen nach Unicef-Angaben 54 Prozent der Bevölkerung in den 31 betroffenen Gesundheitszonen aus.
„Unsere Teams in Ituri haben Kinder getroffen, die ihre Mütter – in einigen Fällen sogar beide Elternteile – durch Ebola verloren haben“, erklärte Catherine Russell, Generaldirektorin von Unicef. Mit Stand 19. Juni machten Kinder und Jugendliche etwa 15 Prozent der bestätigten Ebola-Fälle und über 25 Prozent der bestätigten Todesfälle im Osten des Kongo aus. Kinder und Jugendliche mit einer bestätigten Ebola-Infektion haben eine fast doppelt so hohe Sterblichkeitsrate wie Erwachsene.
Provinz Ituri bleibt das Epizentrum der Epidemie
Die Provinz Ituri bleibt das Epizentrum der Epidemie, wobei auch Fälle in Nord-Kivu und Süd-Kivu gemeldet wurden. Kinder in Ituri befanden sich bereits vor Ausbruch der Epidemie nach Unicef-Angaben in einer prekären Lage. Mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren leidet unter chronischer Unterernährung, und die Impfquoten sind niedrig. „Diese Umstände machen Ebola besonders gefährlich, da die ersten Symptome denen anderer Krankheiten wie Malaria ähneln können“, so Unicef. Dadurch verzögere sich die Diagnose, während die Unterernährung die Anfälligkeit erhöhe.
Stigmatisierung und psychosoziale Belastungen
Neben der Ansteckung und dem Verlust ihrer Eltern und Bezugspersonen seien Kinder mit Stigmatisierung und psychosozialen Belastungen konfrontiert. „Epidemien von Infektionskrankheiten erhöhen zudem das Risiko von Gewalt, einschließlich sexueller Gewalt, gegen Frauen und Mädchen.“ Kinder könnten zudem den Zugang zu den Dienstleistungen verlieren, auf die sie angewiesen sind: Gesundheitsversorgung, Ernährung, Impfungen, Bildung, Wasser und sanitäre Einrichtungen, Kinderschutz und soziale Dienste. Im Osten des Kongo werden diese Risiken durch jahrelange Konflikte und Massenvertreibungen verschärft, durch die Kinder seit langem Gewalt, Ausbeutung und anderen Schutzrisiken ausgesetzt sind.
(unicef – sk)
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