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Familien von vermissten Personen hängen im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaften 2026 beim Ciudad de Mexico Stadium Flugblätter auf Familien von vermissten Personen hängen im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaften 2026 beim Ciudad de Mexico Stadium Flugblätter auf   (Quetzalli Nicte-Ha)

Kirche warnt zur WM vor Menschenhandel und sexueller Ausbeutung

Die katholische Kirche im WM-Co-Gastgeberland Mexiko weist vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni auf Probleme wie Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und andere Formen von Gewalt hin.



Das Erzbistum Mexiko-Stadt, wo am 11. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika stattfindet, erklärte im Vorfeld, das Turnier sei natürlich „eine Gelegenheit für Begegnung, Zusammenleben, Brüderlichkeit und Austausch zwischen den Kulturen“. Gleichzeitig aber könne die WM von kriminellen Netzwerken ausgenutzt werden, die mit Täuschung, Manipulation, Nötigung, Ausbeutung und Missbrauch von Menschen operierten.

Zur Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada werden Millionen Touristen erwartet - trotz extrem hoher Ticketpreise. Allein Co-Gastgeber Mexiko rechnet laut Gabriela Cuevas Barrón, Koordinatorin der WM-Vorbereitungen der mexikanischen Regierung, mit mehr als 5,5 Millionen internationalen Besuchern während der 13 Spiele auf mexikanischen Boden.

Der Ball rollt in den drei Austragungsorten Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara. Solche Großevents haben aber auch stets eine dunkle Schattenseite.

Mehr Touristen begünstigen sexuelle Ausbeutung

Die Kirche beruft sich bei ihren diesbezüglichen Warnungen etwa auf das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC, das Kinderhilfswerk Unicef oder die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Sie warnten allesamt, dass ein massiver Zustrom von Touristen sexuelle Ausbeutung begünstige könne. Das Erzbistum Mexiko-Stadt fordert deshalb die Behörden auf, Prävention, mögliche Aufdeckung und Opferschutz in diesem Zeitraum zu verstärken.

Kriminelle Netzwerke bauten vor einem solchen Event in der Regel über Soziale Netzwerke „Kanäle zur Anwerbung von Minderjährigen“ auf, erläutern Kirchenvertreter. Zunehmend würden Angehörige aus Nachbarländern – etwa Kolumbien, Venezuela oder Honduras – mit der falschen Versprechung einer Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus angeworben. Frauen und Minderjährige landeten so in den Fängen krimineller Banden und würden in die Prostitution gezwungen.

Unversehrtheit der Person schützen

Um das zu verhindern, brauche es „gezielte Sensibilisierungskampagnen“, so das Erzbistum Mexiko-Stadt. Es fordert vor allem Geistliche auf, sich aktiv daran zu beteiligen und zu informieren. In möglichen Risiko-Situationen sollten „potenzielle Täter oder Menschenhändler nicht direkt konfrontiert und das potenzielle Opfer nicht öffentlich bloßgestellt werden“. Es gelte, umsichtig zu handeln, die Unversehrtheit der Person zu schützen und die zuständigen Stellen zu informieren.

Nationale und internationale Organisationen haben zur WM die Website mundialsintrata.com (Weltmeisterschaft ohne Menschenhandel) ins Leben gerufen. Dort können Informationen und Materialien abgerufen werden.

(kna - cs)

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31. Mai 2026, 11:14