Libanon: Viele Kinder getötet oder verletzt

Kinder im Libanon leiden unmittelbar unter den Folgen der Gewalt und Vertreibungen. Darauf macht das UNO-Kinderhilfswerk Unicef an diesem Donnerstag aufmerksam.

 

Allein in den letzten acht Tagen wurden trotz des am 17. April vereinbarten Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon mindestens 59 Kinder getötet oder verletzt. Darunter sind zwei Kinder derselben Familie, die an diesem Mittwoch zusammen mit ihrer Mutter bei einem Angriff auf ihr Auto getötet wurden. Für Unicef sind diese Vorfälle „eine schmerzhafte Mahnung, welchen Gefahren Kinder im Libanon derzeit ausgesetzt sind“.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut wurden seit Inkrafttreten des Waffenstillstands mindestens 23 Kinder getötet und 93 verletzt. Damit beläuft sich die Gesamtzahl seit dem 2. März auf 200 getötete und 806 verletzte Kinder; das entspricht fast 14 getöteten oder verletzten Kindern pro Tag.

„Die Realität sieht ganz anders aus“


„Kinder werden getötet und verletzt, obwohl sie eigentlich wieder in die Schule gehen, mit Freunden spielen und sich von Monaten der Angst und der Umwälzungen erholen sollten“, erklärt der Unicef-Verantwortliche Edouard Beigbeder. „Vor etwa einem Monat wurde eine Vereinbarung getroffen, die Waffen zum Schweigen zu bringen und der Gewalt ein Ende zu setzen. Die Realität sieht ganz anders aus. Die anhaltenden Angriffe töten und verletzen Kinder, verschlimmern ihr Trauma und hinterlassen verheerende Folgen, die ein Leben lang anhalten könnten.“

Abgesehen von den Bomben und Luftangriffen leiden nach Unicef-Schätzung etwa 770.000 Kinder unter großem Leid aufgrund der häufigen Konfrontation mit Gewalt, Verlust und Vertreibung. Kinder und ihre Bezugspersonen berichten laut Unicef von Symptomen, die mit posttraumatischem Stress und Trauer zusammenhängen, darunter extreme Angst und Furcht, Albträume, Schlaflosigkeit und Gefühle der Hoffnungslosigkeit. Ohne psychologische und psychosoziale Unterstützung in sicheren und geschützten Umgebungen bestehe für diese Kinder ein ernsthaftes Risiko, chronische oder dauerhafte psychische Störungen zu entwickeln.


 

Unicef fordert alle Parteien nachdrücklich auf, Kinder zu schützen, das humanitäre Völkerrecht zu achten und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Aufrechterhaltung des Waffenstillstands zu gewährleisten.

(pm – sk)
 

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14. Mai 2026, 11:35