Kirche zu Wahlen in Guinea: Friede und Stabilität nötig
Die Bischöfe rufen in der Erklärung alle politischen Akteure dazu auf, „Verantwortung zu übernehmen“ und Dialog zu fördern, „damit dieser Wahlprozess Frieden, Stabilität und eine harmonische Entwicklung der Nation fördert“. Die katholischen Bischöfe betonen, dass alle Autoritäten dazu aufgerufen seien, „dem Gemeinwohl zu dienen, indem sie die unveräußerliche Würde des Menschen achten“. Die katholische Kirche bekräftigt ihre Bereitschaft, „in Wahrheit und Hoffnung zur Förderung des Friedens, der nationalen Einheit und der vollen Unabhängigkeit jedes Menschen beizutragen“.
Die Bischofskonferenz begrüßt die Bemühungen der Regierung zur Organisation der Kommunal- und Parlamentswahlen und bezeichnet diese als „einen wichtigen Schritt zur Festigung der Demokratie und des sozialen Zusammenhalts“. Zugleich mahnen die Bischöfe, die nationale Stabilität, den sozialen Zusammenhalt und eine ausgewogene Entwicklung zu stärken und sie äußern ihre Besorgnis angesichts der schwierigen Lebensbedingungen vieler Bürger. Sie verweisen konkret auf anhaltende wirtschaftliche Not, Unsicherheit und wachsende Sehnsüchte nach Besserung. Das guineische Volk sei „von einem tiefen Verlangen nach Frieden, Gerechtigkeit, Einheit und Sicherheit beseelt“, heißt es in der Schlusserklärung der Vollversammlung der Bischofskonferenz. Die nächste ordentliche Vollversammlung der CEG soll vom 9. bis 13. Dezember in der katholischen Diözese Kankan stattfinden.
Kardinal Robert Sarah äußerte unterdessen in einer Predigt, dass Guinea seine sozialen und politischen Krisen nicht überwinden werde, solange sein Volk und seine Führer nicht zu moralischer Integrität und einer aufrichtigen Beziehung zu Gott zurückkehrten. „Ist uns bewusst, dass die Verwaltung des Gemeinwohls eine moralische und spirituelle Berufung ist? Ohne Moral, ohne Gott wird sich unser Land niemals wieder erheben. Es wird weiter verfallen und Angst, Armut, Spaltung und gegenseitigen Hass hervorrufen“, sagte der in Guinea geborene Kardinal anlässlich der Amtseinführung von Erzbischof François Sylla als Ortsbischof der katholischen Erzdiözese Conakry am 9. Mai. Die Krise Guineas habe ihre Wurzeln nicht nur in politischen oder wirtschaftlichen Problemen, sondern auch in einem spirituellen und moralischen Versagen:
„Wie kommt es, dass unsere guineische Gesellschaft langsam stirbt, und doch sind unsere Moscheen und Kirchen jeden Tag gefüllt? Liegt es nicht an der Verrohung unseres inneren und moralischen Lebens, an Korruption, Verschwendung, Unordnung in unserem Leben und in unserer Mentalität hinsichtlich der Verwaltung des Gemeinwohls?“ fragte Kardinal Sarah.
Der im Vatikan ansässige Kardinal, der bis zu seiner Pensionierung im Februar 2021 als Präfekt der Vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung tätig war, kritisierte zudem eine Weigerung, sich der göttlichen Wahrheit zu unterwerfen und Versuche, eine Gesellschaft ohne Bezug zu Gott aufzubauen: „Wir wollen unser Land und das Reich Gottes auf unsere eigene Weise aufbauen. Aber das von Jesus verkündete Reich wird durch Entsagung, Leiden und Opfer erreicht.“
Hintergrund
Nach der Unabhängigkeit 1958 war die Geschichte Guineas jahrzehntelang von autoritären Regimen bestimmt. Konkrete Schritte hin zu einem demokratischen System erfolgten mit den ersten freien Präsidentschaftswahlen 2010, die Alpha Condé für sich entschied. Am 05.09.2021 setzte das Militär die Regierung von Staatspräsident Condé im Rahmen eines Putsches ab. Im Verlauf der Transition zeigte sich eine zunehmende Machtkonzentration beim Militär. Ende Dezember 2025 gewann Mamady Doumbouya, der hinter dem Putsch stand, die Präsidentenwahl. Beobachter sahen diese nicht als wirklich demokratisch an. Das Land ist Reich an Rohstoffen, die Armut der Menschen vor Ort jedoch groß.
(aciafrica/diverse - sst)
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