Arabien: Apostolische Vikare rufen angesichts der Eskalation zu Umsicht auf
„Momentan wissen wir noch nicht viel; wir haben alle Aktivitäten eingestellt. Ich habe die Priester des Vikariats eingeladen, sich am Abend zu einer Friedensmesse zu versammeln“, erklärte Bischof Aldo Berardi O.S.T., der Apostolische Vikar von Nordarabien, am Samstag. Der Vikar, zu dessen Wirkungsgebiet Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien gehören, äußerte sich am 28. Februar gegenüber dem Fidesdienst.
Explosionen in Bahrain
Zuvor hatte der Iran, als Reaktion auf den gemeinsamen Militärangriff der USA und Israels gegen den Iran, Gebiete in Bahrain, Kuwait und Katar angegriffen. In Bahrain gab es Angaben des Innenministeriums zufolge Sachschäden bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen nahe der Hauptstadt Manama. Auch in der Hauptstadt gab es Medienberichten zufolge Explosionen. Zuvor hatten bereits unter anderem die Flughäfen in Abu Dhabi und Dubai Einschläge gemeldet. Bahrain ist unter anderem der Hauptsitz der US-Marine im Nahen Osten. Dort ist die sogenannte Fünfte Flotte der Marine beheimatet.
Bischof Berardi rief alle Gläubigen zu Umsicht und Vorsicht auf und bat um Gebet. „In dieser Zeit der Ungewissheit bitte ich alle Gläubigen des Vikariats, Ruhe zu bewahren, im Gebet vereint zu sein und auf die Sicherheit aller zu achten. Ich bitte Sie, die Anweisungen der staatlichen Behörden genau zu befolgen und alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen in Ihren Häusern, an Ihren Arbeitsplätzen und in Ihren Pfarreien zu treffen.“
Sicherheit der Gläubigen gewährleisten
Er wies außerdem alle Pfarrer und Rektoren an, „mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein geeignete Maßnahmen zu ergreifen und die notwendigen Entscheidungen zu treffen, um die Sicherheit der ihnen anvertrauten Gläubigen zu gewährleisten. Lasst uns im Glauben und in der Nächstenliebe vereint bleiben und den Älteren, den Kranken und den Schwächsten besondere Aufmerksamkeit schenken. Sollten Änderungen im Pfarrbetrieb notwendig werden, werden Sie über die offiziellen Kanäle informiert.“
„Möge der Herr Sie und Ihre Familien beschützen, und möge Unsere Liebe Frau von Arabien, unsere Mutter, über uns alle wachen“, so Bischof Berardi, der seinen Gebetsaufruf an die gesamte internationale Gemeinschaft richtete.
Vikar von Südarabien ruft zu Gebet für Frieden und Versöhnung
Ähnlich äußerte sich der Apostolische Vikar von Südarabien, Bischof Paolo Martinelli. „Wir alle sind besorgt über die internationale Lage im Nahen Osten und die aktuellen Entwicklungen. Zunächst appelliere ich an euch alle, liebe Gläubige des Apostolischen Vikariats von Südarabien, Ruhe zu bewahren und gleichzeitig alle Anweisungen der staatlichen Behörden sorgfältig zu befolgen“, heißt es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung des italienischen Ordensgeistlichen.
„Vor allem ist es jetzt wichtig, dass wir alle im Gebet für den Frieden vereint bleiben. Ich lade euch alle ein, täglich den Rosenkranz für Frieden und Versöhnung zu beten. Lasst uns während aller Heiligen Messen für Frieden und Sicherheit aller Menschen in dieser Region beten. Der Herr schütze euch und eure Familien; die Muttergottes von Arabien wache über uns alle; unsere Schutzpatrone Petrus und Paulus beschützen uns; und die Fürsprache des heiligen Franz von Assisi schenke uns Frieden. Der Herr segne euch.“
Der Apostolische Vikar von Südarabien ist für die Katholiken in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und Jemen zuständig. Papst Franziskus ernannte ihn 2022.
Geistliches Oberhaupt Khamenei kam ums Leben
Die USA und Israel hatten Samstagfrüh einen großangelegten Militärangriff auf Ziele im Iran begonnen. Nach übereinstimmenden Angaben galten die Schläge sicherheitsrelevanten Einrichtungen sowie führenden Vertretern des Regimes. Iranische Staatsmedien bestätigten am Sonntag den Tod des geistlichen Oberhaupts Ali Khamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden war. Auch der Kommandant der Revolutionsgarden sowie der Verteidigungsminister kamen nach Militärangaben ums Leben. Teheran rief eine 40-tägige Staatstrauer aus, die Revolutionsgarden kündigten eine „harte und abschreckende“ Antwort an. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Staaten der Region mit US-Militärstützpunkten.
Aus iranischen Staatsmedien war unter Berufung auf den Roten Halbmond von Hunderten Toten und Verletzten im Iran die Rede. Israel meldete weitere Angriffswellen auf militärische Ziele. In Teheran kam es Berichten zufolge sowohl zu spontanen Jubelszenen als auch zu erhöhter Sicherheitspräsenz. International wuchs die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts.
(fides/vatican news/pm - pr)
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