UN-Agentur rechnet mit neuer Vertreibung zurückgekehrter Ukrainer
Resilienz allein reiche nicht aus, um Familien durch einen weiteren Winter mit Stromausfällen und eisigen Temperaturen zu bringen, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope. Sichere Unterkünfte, zuverlässige Energieversorgung und elementare Dienstleistungen seien für die Sicherheit, das Überleben und die Würde der Menschen von zentraler Bedeutung. Grundlage für die Erhebung ist eine telefonische Umfrage, die zwischen dem 15. Oktober und 22. Dezember durchgeführt wurde.
Nach IOM-Angaben lebten im Januar 3,7 Millionen Personen innerhalb der Ukraine als Binnenvertriebene. Seit Kriegsbeginn vor vier Jahren kehrten mehr als 4,4 Millionen Menschen nach einer Vertreibung zurück, darunter über eine Million aus dem Ausland. Allerdings konnten laut IOM nicht alle, die in die Ukraine zurückkehrten, auch in ihre Heimatorte zurück; 372.000 Menschen seien weiterhin innerhalb des Landes auf der Flucht.
Rückkehrer besonders belastet
Die von Befragten geäußerte Absicht, das Land zu verlassen, spiegelt laut der UN-Organisation die Belastung durch Unsicherheit, beschädigte Wohnungen und eingeschränkte Versorgung mit Elektrizität und Heizung wider. Die Mitteilung verwies auf Wintertemperaturen von bis zu -20 Grad und anhaltende Stromausfälle im ganzen Land. Erst vor kurzem zurückgekehrte Personen seien bei der Krisenbewältigung besonders gefordert und in höherem Maß psychisch belastet. Die IOM rief die internationale Gemeinschaft auf, die Menschen mehr bei Vorkehrungen gegen die Winterkälte, bei der Reparatur von Wohnraum, der Sicherung der Lebensgrundlagen und durch psychologische und psychosoziale Dienste zu unterstützen, besonders in den Frontgebieten und Gebieten mit hoher Rückkehrerquote. Andernfalls bestehe die Gefahr weiterer Vertreibungen.
(kna - cs)
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