Katholiken im Gebet Katholiken im Gebet  (AFP or licensors)

Myanmar: Katholiken weihen neue Kirche ein

In einer Region, die seit Jahren von schweren Kämpfen und der gezielten Zerstörung religiöser Stätten gezeichnet ist, haben Katholiken im Chin-Bundesstaat ein Zeichen des Aufbruchs gesetzt. Mit der feierlichen Einweihung der St.-Josefs-Kirche in Matupi trotzen die Gläubigen der Gewalt der Militärjunta und senden eine Botschaft der Resilienz in die Welt.

Wie die vatikanische Nachrichtenagentur Fides berichtet, wurde das neue Gotteshaus im Bistum Hakha am 12. Februar offiziell eröffnet. Für die christliche Minderheit in der Region ist dies ein bedeutendes Ereignis, da der Chin-Staat seit dem Militärputsch vom Februar 2021 zu den am stärksten umkämpften Gebieten Myanmars gehört.

Gezielte Angriffe auf Gotteshäuser

Die Situation für die rund 500.000 Einwohner des Chin-Staates, von denen etwa 85 Prozent Christen sind, ist katastrophal. Schätzungsweise die Hälfte der Bevölkerung befindet sich auf der Flucht. Besonders erschütternd ist die Bilanz der Zerstörung: Menschenrechtsaktivisten werfen dem Militär vor, Kirchen gezielt als vermeintliche „Widerstandszentren“ anzugreifen.

Seit 2021 wurden im Chin-Staat mehr als 107 religiöse Gebäude zerstört, darunter allein 67 Kirchen verschiedener Konfessionen. Ein Symbol dieser Vernichtung ist die Stadt Thantlang: Von ehemals 22 Kirchen blieb nach einer Brandstiftungskampagne der Junta nur eine einzige verschont. Auch katholische Stätten blieben nicht verschont: Im April 2025 wurde die Christkönigskirche in Falam attackiert, und im Februar 2025 beschädigte ein Luftangriff die Herz-Jesu-Kirche in Mindat, die künftige Kathedrale des neu gegründeten Bistums Mindat.

„Ein wahres Zeichen der Liebe Gottes“

Trotz dieser verheerenden Umstände feierte Bischof Lucius Hre Kung von Hakha die Einweihung in Matupi als Meilenstein. Inmitten von Leid und Unsicherheit nannte er das neue Gebäude ein „wahres Zeichen der Liebe Gottes“.

„Es gibt nur wenige Ereignisse im Leben einer Pfarrei, die bedeutsamer und freudiger sind als die Weihe einer neuen Kirche“, erklärte der Bischof während der Zeremonie. Er rief die Gläubigen dazu auf, trotz der anhaltenden Härten standhaft zu bleiben: „Lassen wir uns im Gebet und in der Gemeinschaft nicht beirren.“

Hintergrund: Der Chin-Staat im Konflikt

Der Chin-Staat im Nordwesten Myanmars ist eine Hochburg des Widerstands gegen die Militärjunta. Inzwischen stehen große Teile des Staates unter der Kontrolle von Oppositionskräften und ethnischen bewaffneten Gruppen. Die Zentralregierung reagiert darauf häufig mit Luftangriffen und Artilleriebeschuss, die keine Rücksicht auf zivile oder religiöse Einrichtungen nehmen. Die Einweihung von St. Josef gilt daher nicht nur als religiöser Akt, sondern auch als mutiges Bekenntnis zum Überlebenswillen der lokalen Gemeinschaft.

(fides/ucan - mg)

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18. Februar 2026, 13:48