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Angriff auf Iran: Ein Blick auf die Christen im Land

Die USA und Israel haben an diesem Samstag mit Militärschlägen im Iran begonnen. Für uns ein Anlass, an die Christen im Land zu denken.

Von den 90 Millionen Iranern bekennen sich nur wenige Hunderttausend zum christlichen Glauben. Die armenische Gemeinschaft ist die älteste und zahlenmäßig stärkste; ihr Zentrum liegt in der Stadt Isfahan, mit der Erlöserkathedrale von Vank, die mit wertvollen Fresken geschmückt ist. Die Armenier sind seit Jahrtausenden im heutigen Iran präsent und standen zunächst mit dem alten Persischen Reich und später mit den schiitischen Herrschern in Kontakt. Sie druckten Bücher und trieben Handel. Heute liegt ihre Zahl bei nur noch 150.000 Gläubigen: Apostolische, Katholiken und Evangelikale.

Zahlenmäßig an zweiter Stelle, was christliche Gemeinschaften im Iran betrifft, liegen die Assyrer mit 30.000 Gläubigen, gefolgt von chaldäischen und lateinischen Katholiken (24.000 Gläubige) sowie wenigen orthodoxen Christen. Einige Quellen sprechen auch von der Existenz einer Untergrundgemeinde; sie soll sich aus früheren Muslimen zusammensetzen, die nach diesen Berichten vom Islam zum evangelikalen oder pfingstkirchlichen Christentum übergetreten sind.

Eine armenische Liturgie in Teheran - Aufnahme von 2021
Eine armenische Liturgie in Teheran - Aufnahme von 2021   (AFP or licensors)
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Sechs katholische Bistümer - und ein Kardinal

Es gibt sechs katholische Diözesen: vier chaldäische (mit Patriarchatssitz in der irakischen Hauptstadt Bagdad), eine armenische (eben in Isfahan) und eine lateinische. Sie wurde 2021 dem belgischen Minoritenmönch Dominique Joseph Mathieu anvertraut; Papst Franziskus machte Mathieu 2024 zum Kardinal.

Während der iranischen Revolution und der Machtübernahme durch die Ayatollahs im Jahr 1979 verließen viele Armenier das Land und flohen ins Ausland, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch die im Land verbliebenen Armenier bekennen sich dort weiter zu ihrem Glauben und spielen auch eine aktive Rolle in der Gesellschaft. Im Iran wurden Christen, Juden und Zoroastrier in der Verfassung von 1906 offiziell als „religiöse Minderheiten” anerkannt. 1928 wurde ihnen eine parlamentarische Vertretung garantiert. 1943 erhielten sie auch Autonomie in zivilrechtlichen Fragen, die die Familie betreffen: Eheschließungen, Trennungen, Testamente und Adoptionen.

In einer Kirche der iranischen Hauptstadt - Aufnahme von 2021
In einer Kirche der iranischen Hauptstadt - Aufnahme von 2021   (AFP or licensors)

Vorrechte de facto bestätigt, aber spürbare Einschränkungen

Die Islamische Republik hat diese Vorrechte de facto bestätigt, jedoch unter dem Vorbehalt einer Einhaltung der islamischen Gesetze: Kontrolle der Lehrpläne, Verbot des Alkoholkonsums und des Glücksspiels. Darüber hinaus müssen Frauen ihre Haare bedecken und (in der Öffentlichkeit) auf Kosmetika verzichten. Einfach ist es für Christen nicht, ihre Identität in einer durch und durch muslimischen Gesellschaft wie dem Iran zu bewahren. Wie alle Nicht-Schiiten unterliegen die anerkannten Christen spürbaren Einschränkungen: Ihnen ist es beispielsweise streng untersagt, persischsprachige Konvertiten aufzunehmen oder Liturgien auf Farsi abzuhalten. Christen gelten vielfach als Bürger zweiter Klasse; staatliche Stellen, große Teile der Wirtschaft und sicherheitsrelevante Berufe bleiben Muslimen vorbehalten. Sicherheitsorgane werten unabhängige religiöse Aktivitäten zudem häufig als „Bedrohung der nationalen Sicherheit“.

Viele armenische Christen im Iran sind Mitglieder von Wohltätigkeits-, Kultur- und Sportvereinen, die für die Vermittlung des christlichen Geistes und der armenischen Kultur von grundlegender Bedeutung sind. Von den über 24 armenischen Schulen, die einst die Kinder der Gemeinde unterrichteten, hat heute nur noch die Hälfte einen armenischen Schulleiter.

(vatican news/terrasanta – sk)

 

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28. Februar 2026, 10:15