Indonesien: Gouverneur sichert Ordensschwester Unterstützung zu
In einem Telefonat am 17. Februar drückte Gouverneur Mulyadi seine Hochachtung für den Einsatz der Schwester aus. Die meisten der Opfer stammen aus seiner Provinz West-Java. Schwester Imakulata berichtete gegenüber UCA News, dass der Gouverneur versprochen habe, den Fall persönlich zu überwachen: „Er dankte uns für die Hilfe und versprach, die Angelegenheit direkt in die Hand zu nehmen.“ Mulyadi kündigte zudem einen Besuch in der Region an, um sicherzustellen, dass die Ermittlungen gegen die Clubbetreiber streng nach geltendem Recht geführt werden.
Gefangen in einer Spirale aus Gewalt
Die Fakten des Falls sind erschütternd. Die Frauen, die zwischen 17 und 26 Jahre alt sind, wurden unter falschen Versprechungen – lukrative Jobs mit Gehältern von umgerechnet rund 540 Euro – angelockt. In der Realität erhielten sie jedoch nur etwa 60 Euro monatlich und wurden Opfer schwerster Misshandlungen. Berichte sprechen von sexueller Gewalt und erzwungenen Abtreibungen. Einige der Frauen waren zum Zeitpunkt ihrer Rekrutierung erst 15 Jahre alt.
Schwester Imakulata und ihr Team vom „Humanitarian Volunteer Team for Flores“ (TRUK-F) hatten im Januar gemeinsam mit Partnerorganisationen die Polizei alarmiert, woraufhin die Razzia im Nachtclub erfolgte. Seither befinden sich die Frauen in der Obhut der kirchlichen Koalition.
Strukturelle Probleme und Forderung nach Gerechtigkeit
Menschenrechtsaktivisten fordern nun, dass die Behörden nicht nur die Anti-Menschenhandelsgesetze anwenden, sondern auch die Statuten gegen sexuelle Gewalt und zum Kinderschutz. „Wir wollen, dass alle Opfer ihre Rechte erhalten, insbesondere das Recht auf Gerechtigkeit und Entschädigung“, betonte Asti Lakalena von der Allianz zum Schutz von Frauen und Kindern.
Marly Numat von der Gemeinschaft „Puan Floresta Bicara“ wies darauf hin, dass dieser Fall tieferliegende strukturelle Probleme widerspiegle: „Frauen dürfen nicht zu Objekten der Ausbeutung degradiert werden. Dieser Fall ist ein Spiegelbild der Bedrohungen, denen Frauen im Nachtleben ausgesetzt sind.“
Armut als Motor des Menschenhandels
Nach Angaben der indonesischen Menschenrechtskommission bleibt Ost-Nusa Tenggara aufgrund persistenter Armut und mangelnder Arbeitsplätze eine Drehscheibe für Menschenhändler. Obwohl die Polizei im Jahr 2023 offiziell 256 Fälle registrierte, gehen Hilfsgruppen von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da viele Taten aus Angst oder Scham nicht gemeldet werden.
Hintergrund: Die Arbeit von TRUK-F
Die von der katholischen Kirche unterstützte Koalition TRUK-F mit Sitz in Sikka auf der Insel Flores ist eine der wichtigsten Anlaufstellen für Opfer von Gewalt und Menschenhandel in Indonesien.
(ucan - mg)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.