Mosambik nach wochenlangen starken Regenfällen von schweren Überschwemmungen heimgesucht Mosambik nach wochenlangen starken Regenfällen von schweren Überschwemmungen heimgesucht 

Mosambik: Klima-Notstand und Kampf gegen die Wassermassen

Die humanitäre Lage in Mosambik spitzt sich dramatisch zu. Während die heftigen Regenfälle anhalten, hat die Zahl der Todesopfer laut offiziellen Angaben der Katastrophenschutzbehörde INGD inzwischen 137 erreicht. Mehr als 800.000 Menschen sind von den massiven Überschwemmungen betroffen. Papst Leo XIV. rief am Ende der Generalaudienz an diesem Mittwoch zur internationalen Solidarität mit dem krisengeschüttelten Land auf.

Mario Galgano und Giada Aquilino - Vatikanstadt

Die aktuelle Regenzeit, die im Oktober begann und voraussichtlich bis März andauert, trifft auf ein Land, das extrem unter den Folgen des Klimawandels leidet. Mosambik rangiert weltweit auf Platz sieben der am stärksten von Katastrophen bedrohten Nationen. Jahrelange Dürreperioden wechseln sich inzwischen mit sintflutartigen Regenfällen ab, für die es in dieser Intensität kaum historische Vorbilder gibt.

Zerstörte Infrastruktur und isolierte Gemeinden

Die Provinzen Gaza, Maputo, Sofala und Inhambane im Zentrum und Süden des Landes sind am schwersten betroffen. Besonders kritisch ist die Lage in Xai Xai, der Hauptstadt der Provinz Gaza, wo Flüsse über die Ufer getreten sind und ganze Stadtteile überschwemmt haben.

Die Bilanz der Zerstörung ist erschütternd: Über 17.500 Häuser wurden komplett zerstört oder schwer beschädigt. Knapp 5.000 Kilometer Straßen sind durch Schlammlawinen und Erdrutsche unpassierbar. Etwa 100.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen und sind als Binnenflüchtlinge auf Hilfe angewiesen. Viele Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten und können nur noch per Hubschrauber oder Boot erreicht werden.

Die „Konvergenz multipler Schocks“

Paola Emerson, Leiterin des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Mosambik, warnte vor einer Überforderung des Landes. Mosambik erlebe derzeit eine „Konvergenz multipler Schocks“: Zu den Klimakatastrophen kommen anhaltende bewaffnete Konflikte im Norden des Landes (Cabo Delgado), wo islamistische Aufstände bereits über 1,3 Millionen Menschen in die Flucht getrieben haben.

Lebensgefahr für Kinder: Hunger und Cholera

Besonders besorgt zeigt sich das Kinderhilfswerk UNICEF. Die Fluten haben nicht nur Schulen und Gesundheitszentren zerstört, sondern auch die Trinkwasserversorgung vielerorts unterbrochen. Dies begünstigt den Ausbruch von Seuchen. In den nördlichen Provinzen grassiert bereits seit September eine Cholera-Epidemie mit tausenden Fällen. „Verschmutztes Wasser, Epidemien und Unterernährung werden zu einer tödlichen Bedrohung für die Kinder“, so ein Sprecher der Organisation.

Appell gegen das Vergessen

Trotz der Unterstützung durch die Europäische Union, die bereits 90 Tonnen Hilfsgüter geliefert hat, mahnen Hilfsorganisationen wie ActionAid, dass die internationale Aufmerksamkeit schwindet. „Die Hilfe und die internationale Zusammenarbeit nehmen ab, obwohl der Bedarf steigt“, kritisiert Marcia Cossa, Direktorin von ActionAid in Mosambik.

Papst Leo XIV. betonte zum Abschluss seiner Audienz, dass die Welt die Augen vor dem „Horror“ in Mosambik nicht verschließen dürfe. Neben Gebeten für die Opfer forderte er konkrete Taten, um die Sicherheit und den Wiederaufbau in den betroffenen Regionen zu gewährleisten.

(vatican news)

 

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29. Januar 2026, 10:26