Kardinal freut sich über Afrika-Reisepläne des Papstes
„Ein solcher Reiseplan bedeutet, dass Afrika in der pastoralen Sorge des Papstes Leo XIV. einen besonderen Platz einnimmt. Das Wichtigste daran ist, dass der Papst zu uns nach Afrika kommen möchte, um uns im katholischen Glauben zu bestärken, damit wir spüren, dass wir in Afrika in Gemeinschaft und im Einklang mit dem universellen Hirten handeln. Und er will den Menschen bei uns Hoffnung machen, vor allem denen, die leiden. Damit sie sich nicht entmutigen lassen und den Kampf nicht aufgeben. Die christliche Hoffnung sagt uns: Haltet durch, morgen wird es besser! Wir glauben, dass die prophetische Stimme des Papstes in einem unruhigen Kontext, wie es ihn in mehreren Ländern Afrikas gibt, Anstöße für ein harmonisches Leben in Frieden mit anderen geben kann. Die Stimme des Papstes ist für uns von großer Bedeutung, und es gibt viele Länder in Afrika, die sich derzeit in einer Krise befinden.“
Der Papst hat die Führungsspitze des SECAM vor ein paar Tagen erstmals zu einem Treffen im Vatikan empfangen. Dabei sprach er auch über seine Absicht einer Reise nach Afrika; auch gegenüber Journalisten hatte Leo Anfang Dezember bereits von entsprechenden Plänen berichtet. Vor allem aber war die Audienz im Vatikan so etwas wie die erste nähere Tuchfühlung des am 8. Mai 2025 gewählten Papstes zur katholischen Kirche auf dem afrikanischen Kontinent. Eigentlich sollte die Audienz schon früher stattfinden, doch wegen der ersten Papstreise, die Leo in die Türkei und den Libanon durchgeführt hat, wurde sie auf den Januar verschoben.
„Es ist wirklich ein wichtiges Treffen, denn auch wenn der Papst bereits den einen oder anderen Hirten der Kirche Afrikas getroffen hat, ist es das erste Mal, dass er offiziell den Vorsitz des ‚Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar‘ empfängt. Ich war in Begleitung meiner beiden Vizepräsidenten und des Generalsekretärs von SECAM bei ihm in Audienz. Wie Sie wissen, verwendet die SECAM drei Sprachen. Ich als Präsident bin frankophon; der erste Vizepräsident (Bischof Stephen Dami Mamza) ist anglophon und stammt aus Nigeria, der zweite Vizepräsident (Erzbischof José Manuel Imbamba) kommt aus Angola und ist daher portugiesischsprachig, wie auch unser Generalsekretär (Pater Rafael Simbine). Unser Treffen diente in erster Linie dazu, seit seiner Wahl eine Beziehung, einen offiziellen Kontakt zum neuen Pontifex aufzubauen.“
Außerdem berichteten die afrikanischen Bischöfe dem Papst über ihre letzte kontinentale Vollversammlung, die im August letzten Jahres in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, stattgefunden hat. Dabei ging es in erster Linie um die Krisen im Herzen Afrikas, speziell in Ambongos Heimat Kongo.
„Papst Franziskus hat immer wieder gesagt: ‚Ihr, die katholische Kirche in Afrika, seid keine politische Partei, euer Lager ist das Lager des Volkes‘. Wenn wir uns heute die Realität dieses afrikanischen Volkes anschauen, insbesondere in der Region der Großen Seen, dann sehen wir ein Volk, das leidet. Und die Aufgabe eines Hirten besteht darin, seinem leidenden Volk zur Seite zu stehen, es zu begleiten, es zu unterstützen und seine Hoffnung aufrechtzuerhalten.“
Doch der Kardinal aus Kinshasa übt sich nicht nur in Schwarzmalerei. Die Kirche in Afrika sei auch sehr „dynamisch“, fährt er fort. „Man kann die Kirche in Afrika als die spirituelle Lunge der Menschheit betrachten… Ich kann wirklich sagen, dass die Hirten in Afrika an der Seite ihres Volkes großartige Arbeit leisten!“
Im Kongo sei die Lage derzeit ausgesprochen schwierig, so Kardinal Ambongo. Damit meint er vor allem den Osten des riesigen Landes: Hier halten seit Jahrzehnten Dutzende von Rebellengruppen einen Dauerkonflikt am Leben, in dem es unter anderem um die reichen Rohstoffe geht. Derzeit rückt im Kongo die Rebellengruppe „M-23“ vor.
„Die Bevölkerung leidet, denn trotz aller großen Reden sind es die einfachen Menschen, die den Preis dafür zahlen. Viel Geld wird in Waffen und Krieg investiert. Dabei hätten diese Mittel für Bildung, Gesundheit und die Entwicklung unserer Länder verwendet werden können. Leider wird heute ein großer Teil unserer Ressourcen für den Krieg verwendet! Und je länger der Krieg dauert, desto mehr verschlechtert sich die Lage der Bevölkerung. Seit ungefähr einem Jahr engagiert sich die Kirche für einen Dialog, weil sie nicht daran glaubt, dass das Problem des Kongo und der Region der Großen Seen mit Waffengewalt gelöst werden kann. Wir sind überzeugt, dass die Lösung an einem Tisch gefunden werden muss, an dem jeder sich äußern und sagen kann, was ihm auf dem Herzen liegt, sei es Gutes oder Schlechtes.“
In erster Linie müssten sich die Kongolesen selbst für ein Ende der Kämpfe und eine Lösung ihrer Schwierigkeiten einsetzen, findet der Kardinal. „Alle“ Kongolesen müssten am Verhandlungstisch sitzen, „auch die Zivilgesellschaft“. Nachsatz: „Wir als katholische Kirche sind Teil der Zivilgesellschaft“.
Das Interview mit Kardinal Ambongo führte Jesuitenpater Jean-Paul Kamba Ngoy vom französischen Dienst von Radio Vatikan.
(vatican news)
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