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Bischof Jean-Marie Lovey bei der Messe in der katholischen Kirche von Montana am Tag nach dem Unglück - 1.1.2026 Bischof Jean-Marie Lovey bei der Messe in der katholischen Kirche von Montana am Tag nach dem Unglück - 1.1.2026  (ANSA)

Bischof von Sitten im Unglücks-Skiort: Bei den Menschen sein

Der Bischof von Sitten (Sion), Jean-Marie Lovey, hat am Tag nach dem Unglück mit rund 400 Gläubigen in der katholischen Kirche von Montana der Opfer des Brandes im noblen Skiort Crans-Montana in der Sylvester-Nacht gedacht. Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben und mehr als 100 wurden verletzt. Die örtliche Kirche sei aufgerufen, das Leid der Menschen zu teilen, die betroffenen Familien zu unterstützen und Räume für Gebet und Zuhören zu bieten, sagt uns der Bischof im Interview.

Delphine Allaire und Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

„Ich war gestern Abend in Montana und habe die Messe gefeiert. Die Menschen stellen sich Fragen, immer wieder: Wie konnte das passieren? Was ist geschehen? Es gibt viel Klärungsbedarf, Unverständnis für das, was geschehen ist. Es ist so schrecklich. Ich persönlich habe mich sofort mit dem Pfarrer der betroffenen Gemeinde in Verbindung gesetzt, um zu sehen, was es an Seelsorge-Angeboten gibt. Uns war klar,  im Moment geht es natürlich weniger darum, physisch vor Ort zu sein: Man muss die Polizei, die Staatsanwaltschaft, das Gesundheitswesen, die Krankenhäuser, ihre Arbeit machen lassen und auch die Familien brauchen Ruhe. Aber es geht darum, die eine oder andere Maßnahme zu ergreifen: Und die erste war die Feier der Eucharistie", berichtet der Bischof von Sitten im Interview mit Radio Vatikan. Laut Behördenangaben von diesem Freitag waren bei dem Feuer während der Silvesterfeier mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen, etwa 115 wurden verletzt. Unter den Opfern sind zahlreiche Touristen, vor allem junge Menschen, die in der Region ihren Urlaub verbrachten. Die Untersuchungen zur Brandursache dauern an.

Papst Leo XIV. kondoliert nach Unglück in der Schweiz - Bischof von Sitten (Sion), Jean-Marie Lovey, im Interview mit Radio Vatikan über die Hilfsangebote der Kirche vor Ort (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

Gedenk-Messe gut besucht

Bei der Messe, die Bischof Lovey am Tag nach dem Unglück um 18 Uhr in Montana zum Gedenken an die Opfer und zum Gebet für die Verletzten und ihre Familien gefeiert hat, waren rund 400 Menschen, vor allem junge Leute - außerdem auch Vertreter der reformierten Kirchen. Bis zum letzten Platz war alles voll:

  (ANSA)

„Offensichtlich haben die Menschen das Bedürfnis, sich zu versammeln, sich zu treffen und zusammen zu sein, um ihre Gefühle und vielleicht auch die Fragen zu teilen. Und die Anwesenheit der anderen kann Trost bringen“

„Ich nahm also an dieser Mess-Feier in der überfüllten Kirche teil. Offensichtlich verspüren die Menschen das Bedürfnis, sich zu versammeln, sich zu treffen und zusammen zu sein, um ihre Gefühle und vielleicht auch die Fragen zu teilen. Und die Anwesenheit der anderen kann Trost bringen."

Spirituelle Angebote und Seelsorge verstärkt

Der Bischof von Sitten und die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) haben nach dem Unglück spirituelle Angebote und die Seelsorge weiter verstärkt: Diesen Freitag (2. Januar) steht die Kirche von Crans-Montana den ganzen Tag offen und es gibt auch die Möglichkeit, zur eucharistischen Anbetung vorbeizukommen.

„Am Freitag und morgen, Samstag, stellen die Pfarreien von Montana sicher, dass in den Gotteshäusern, alle, die wollen, sich in ein Kondolenzbuch eintragen können. Sie können sich Zeit zum Beten nehmen, Blumen niederlegen. Eine Kerze anzünden. Ein offenes Ohr finden."

  (ANSA)

„Am Freitag und morgen, Samstag, stellen die Pfarreien von Montana sicher, dass in den Gotteshäusern, alle, die wollen, sich in ein Kondolenzbuch eintragen können. Sie können sich Zeit zum Beten nehmen, Blumen niederlegen. Eine Kerze anzünden. Ein offenes Ohr finden“

In der Diözese Sitten wird zudem am Freitagabend um 18 Uhr die Glocke als Zeichen der Trauer, der Solidarität und der Andacht läuten. Alle Schweizer Pfarreien sind eingeladen, sich dieser Geste im Rahmen ihrer Möglichkeiten anzuschließen. Am Samstag (3. Januar) wird nach der Messe um 18 Uhr ein Rosenkranz gebetet. Bischof Lovey wird am Sonntag (4. Januar) um 10 Uhr erneut in der Kirche des Unglücksortes eine Messe zum Gedenken an die Opfer feiern:

„Diesen Sonntag in Montana, in der zweiten Kirche des Ortes, wird es noch eine Messe in Anwesenheit der reformierten Gemeinde geben." Bischof Charles Morerod, Präsident der SBK, wird bei dieser Gedenk- Messe konzelebrieren. Er teilte in einer Presseerklärung diesen Freitag zu dem Unglück mit: „Auch die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz sind angesichts der Schwere dieser Katastrophe zutiefst erschüttert." Man bete für alle Opfer, für ihre Familien und auch für alle Mitarbeiter der Rettungsdienste. „Alle unsere Kirchen können Orte der Unterstützung sein und sind in dieser schrecklichen Stunde Orte des Gebets."

Der Kanton Wallis hat nach dem Unglück eine offizielle Hotline eingerichtet, die in der Schweiz unter 0848 112 117 erreichbar ist

(vatican news/ sbk - sst)

 

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02. Januar 2026, 13:07