Pizzaballa: Nach zwei Jahren Krieg Wunsch nach „normalem Leben“
„Bis jetzt befanden sie sich alle in einer Art Überlebensmodus. Jetzt kommen all die Fragen, vielleicht auch die Müdigkeit dieser zwei Jahre, zum Vorschein, und die Fragen über die Zukunft sind da“, sagte Pizzaballa über seine Gemeinde in Gaza. Auf dem Gelände der katholischen Pfarre leben demnach weiterhin rund 400 Christen. Die Zahl der Christen insgesamt sei von 1.017 vor dem Krieg auf „etwas unter 600“ gesunken. Er befürchte, dass die Zahl in Zukunft viel geringer sein werde als jetzt, so der Kardinal. Die Versuchung, abzuwandern, bleibe bestehen.
Optimistischere Atmosphäre
Die Sehnsucht nach Normalität äußerte sich nach seinen Worten unter anderem darin, dass Restaurants und Geschäfte langsam wieder öffneten und Universitäten den Betrieb wieder aufnähmen, wenn auch „unter extrem prekären Bedingungen“. Die Lebensmittelversorgung in Gaza hat sich laut Pizzaballa entspannt. Es gebe weiterhin Armut, aber keine Hungersnot mehr. Bei der humanitären Hilfe liege die Priorität aktuell auf der Bereitstellung von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung.
Nicht nur kritisieren, sondern handeln
Wie Jesus in die Geschichte eingetreten sei, ohne darauf zu warten, dass sie perfekt sei, müsse man auch heute in die existierende Realität eintreten und handeln, um sie zu verbessern. „In dieser Realität dürfen wir uns nicht darauf beschränken, Missstände anzuprangern und Schuld zuzuweisen.“ Es gelte vielmehr, „so viel wie möglich zum Wiederaufbau beizutragen, insbesondere an den am stärksten verwundeten Orten wie Gaza“.
(kap – pr)
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