Eine Weihnachtsbotschaft aus Betlehem
In seiner Botschaft, die im Internet veröffentlicht wurde, lädt der Italiener dazu ein, voller Hoffnung auf das Heilige Land zu blicken und um Frieden zu bitten. Ausgangspunkt für Francesco Ielpo sind die berühmten Worte aus dem Kindheitsevangelium bei Lukas: „(Maria) gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe“ (Lk 2,7).
„Jesus wird an einem zufälligen, einem einfachen und unangemessenen Ort geboren: Das frappierende Bild von Weihnachten ist das Kleinsein. Ein Stall wird zur Heimstatt des Unendlichen; die heiligste Liturgie wird auf Stroh gefeiert, während es nach dem Vieh riecht; eine Mutter streichelt, ein Kind weint. Jesus hat keine Angst davor, von neuem hinabzusteigen an den tiefsten Punkt unseres Menschseins, wo Gewalt, Sünde, Schmerz, Tränen und Mühen herrschen.“
Für Jesus zur Wiege werden
Der Kustos weiß, wovon er spricht: Die Lage im Heiligen Land ist trotz des wackeligen Friedens von Gaza düster wie schon lange nicht mehr. Ein Zusammenleben der verfeindeten Gruppen in Israel und Palästina scheint kaum noch vorstellbar, die Mühlsteine des Hasses mahlen unerbittlich.
„Ein weiteres Mal bittet Jesus uns darum, für ihn zur Wiege zu werden – so wie wir sind, mit dem Stroh unserer Unzulänglichkeiten. Er wird in die Krippe gelegt, um zu einem Lebensmittel der Hoffnung für alle Menschen zu werden. Mit dem Blick auf Ihn und in Seiner Nachfolge können wir wieder mit neuer Hoffnung aufbrechen. Im Stall der Menschheit sind wir nicht allein! Jesus wird für uns geboren!“
Der 55-jährige Francesco Ielpo ist seit Ende Juni 2025 Kustos des Heiligen Landes. Die Kustodie ist eine eigene Ordensprovinz der Franziskaner, die seit dem 13. Jahrhundert im Heiligen Land wirken; zu ihrem seelsorgerischen Bereich zählen außer Israel und Palästina auch der Libanon, Jordanien, Syrien sowie die Inseln Zypern und Rhodos.
Gemeinsame Weihnachtsbotschaft
Am Montag hatten die christlichen Konfessionen in Jerusalem eine gemeinsame Weihnachtsbotschaft veröffentlicht. Darin zeigen sie sich erfreut über die derzeitige Waffenruhe im Gaza-Krieg. Sie seien sich aber „voll und ganz bewusst, dass trotz der erklärten Einstellung der Feindseligkeiten weiterhin Hunderte Menschen getötet oder schwer verletzt werden".
„Viele weitere haben gewalttätige Übergriffe auf sich selbst, ihr Eigentum und ihre Freiheiten erlebt – nicht nur im Heiligen Land, sondern auch in den Nachbarländern", so die Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem. Man wolle dem Beispiel Jesu folgen, der als Mensch zur Welt gekommen sei, „solidarisch mit allen, die leiden und niedergeschlagen sind".
Christen und Menschen guten Willens weltweit fordern die Kirchenführer auf, sich beharrlich für gerechten Frieden einzusetzen.
(vatican news/kna – sk/pr)
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