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UNO: Vatikan warnt vor Ausbeutung durch Leihmutterschaft

In einer scharf formulierten Stellungnahme vor der 70. Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen hat der Heilige Stuhl ein weltweites Ende der Leihmutterschaft gefordert. Die Ständige Vertretung des Vatikans warnte in New York eindringlich davor, dass Technologie und Praxis die Ethik und das Recht längst überholt hätten. Kinder würden zu „Produkten“ und Frauen zu „Dienstleistern“ herabgewürdigt.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die gemeinsam mit Italien, der Türkei und Paraguay veranstaltete Sitzung befasste sich mit der Gewalt und Ausbeutung im Kontext der Leihmutterschaft. Zwar werde die Praxis oft als „mitfühlende Lösung“ für unerfüllte Kinderwünsche dargestellt, doch müsse der gesamte Kontext betrachtet werden, um die Würde von Frauen und Kindern zu wahren.

Armut als Motor der Industrie

Der Heilige Stuhl wies darauf hin, dass ökonomische Not der Hauptgrund für Frauen sei, Leihmütter zu werden. „Es ist kein Zufall, dass Berichte über reiche und berühmte Auftraggeber üblich sind, während Berichte über wohlhabende Frauen, die als Leihmütter dienen, selten sind“, hieß es in dem Statement. Man müsse sich ernsthaft fragen, ob die Leihmutterschafts-Industrie überleben könnte, wenn die Armut ausgerottet wäre.

Die Vertreter des Vatikans kritisierten zudem den „perversen Wettbewerb“, der entstehe, wenn Frauen um Auftraggeber konkurrieren. Selbst dort, wo kommerzielle Leihmutterschaft verboten sei, würden Zahlungen oft als „Geschenke“ oder „Aufwandsentschädigungen“ getarnt.

Fragmentierung familiärer Bindungen

Besorgniserregend sei auch die soziale Isolation der Leihmütter. Es gebe Fälle, in denen Auftraggeber Diät, Aktivität und Gesundheit der Frauen lückenlos überwachen wollten. Diese Kommerzialisierung der Schwangerschaft führe zu einer gefährlichen Fragmentierung familiärer Bindungen.

„Ein Kind ist immer ein Geschenk und niemals die Grundlage eines Handelsvertrags“, zitierte die Vertretung Papst Franziskus. Wenn ein Kind jedoch zum Objekt einer Transaktion werde, sei seine Degradierung zur Ware unvermeidlich. Schockierende Beispiele von „Baby-Fabriken“, in denen Dutzende von Leihmüttern gleichzeitig Kinder für einzelne Auftraggeber austragen, unterstrichen diese Gefahr.

Behinderung als „Produktfehler“

Besonders drastisch schilderte der Heilige Stuhl die Situation bei pränatalen Diagnosen von Behinderungen. In solchen Fällen werde das Kind oft als „fehlerhaftes Produkt“ oder als zu lösendes Problem betrachtet, statt als Geschenk willkommen geheißen zu werden. Dies widerspreche grundlegend einer gerechten Gesellschaft, in der Kinder gedeihen können.

Kritik an rechtlicher Regulierung

Der Heilige Stuhl betonte, dass diese Probleme nicht durch einfache Regulierung gelöst werden könnten. Man begrüße daher die Entscheidung der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht, vorerst keine Konvention zur rechtlichen Elternschaft bei Leihmutterschaft zu verfolgen.

Abschließend zitierte die Vertretung Papst Leo XIV., der erst kürzlich gewarnt hatte: „Indem die Leihmutterschaft die Gestation in eine verhandelbare Dienstleistung verwandelt, verletzt sie sowohl die Würde des Kindes, das auf ein ‚Produkt‘ reduziert wird, als auch die der Mutter, deren Körper ausgebeutet wird.“

Der Heilige Stuhl hofft nun, dass die UN-Veranstaltung den Weg ebnet, um die Praxis in all ihren Formen weltweit zu beenden und Frauen sowie Kinder vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen.

(vatican news)

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14. März 2026, 11:31