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Erzbischof Ettore Balestrero Erzbischof Ettore Balestrero 

UNO: Erzbischof Balestrero prangert globale Gewalt gegen Christen an

Die Zahlen sind erschütternd: Weltweit sind fast 400 Millionen Christen Verfolgung oder Gewalt ausgesetzt. Bei einer hochrangig besetzten Veranstaltung bei den Vereinten Nationen in Genf bezeichnete Erzbischof Ettore Balestrero, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls, Christen als die am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft der Welt. Allein im Jahr 2025 seien fast 5.000 Menschen aufgrund ihres Glaubens getötet worden – ein Durchschnitt von 13 Opfern pro Tag.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Unter dem Titel „An der Seite verfolgter Christen: Verteidigung des Glaubens und christlicher Werte“ mahnte Balestrero, dass Religionsfreiheit in vielen Kontexten fälschlicherweise als „Privileg“ oder „Konzession“ statt als fundamentales Menschenrecht behandelt werde. Er erinnerte die Staatengemeinschaft an ihre völkerrechtliche Pflicht, dieses Recht nicht nur zu respektieren, sondern aktiv zu schützen und zu fördern.

Die „vornehme Verfolgung“ im Westen

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Erzbischof einer Entwicklung, die er als „vornehme Verfolgung“ (polite persecution) bezeichnete. Damit gemeint sind subtile Formen der Diskriminierung in westlichen Ländern, die oft unter dem Radar der offiziellen Gewaltstatistiken bleiben. Balestrero sprach von einer „schrittweisen Marginalisierung und dem Ausschluss aus dem politischen, sozialen und beruflichen Leben – selbst in traditionell christlich geprägten Ländern“.

Als konkrete Beispiele nannte er die Einschränkung der Meinungsfreiheit: Verurteilungen wegen „stillen Gebets“ in der Nähe von Abtreibungskliniken oder strafrechtliche Verfolgung wegen des Zitierens von Bibelversen in sozialen Netzwerken. Auch die Verletzung religiöser Autonomie sei ein Problem. Als Beispiel nannt er Frankreich, wo derzeit ein Gesetz zur Sterbehilfe diskutiert werde, das christliche Krankenhäuser und Pflegeheime dazu zwingen könnte, Euthanasie-Praktiken gegen ihre Kernüberzeugungen zuzulassen. Bei Verweigerung drohten den Trägern, wie etwa den „Kleinen Schwestern der Armen“, Haftstrafen oder der Entzug öffentlicher Mittel.

Das Kreuz als Symbol der doppelten Bedrohung

In einem theologisch-symbolischen Ausblick deutete Balestrero Angriffe auf Christen als Angriffe auf das Kreuz selbst. Die vertikale Linie des Kreuzes stehe für die Offenheit zum Transzendenten. Werde ein Christ gezwungen, seinen Glauben zu verleugnen oder ins Private zu drängen, sei dies ein Versuch, den Raum zu schließen, in dem sich der menschliche Geist über sich selbst hinaushebt.

Die horizontale Linie wiederum symbolisiere die menschliche Bindung an andere. Persecution zerstöre diese Bindung, ersetze Vertrauen durch Angst und Dialog durch Gewalt. „Es kann keinen Frieden ohne Religionsfreiheit, Gedankenfreiheit und Meinungsfreiheit geben“, zitierte Balestrero abschließend den verstorbenen Papst Franziskus.

Straflosigkeit als globales Problem

Balestrero kritisierte scharf, dass Straflosigkeit nach wie vor eines der schwerwiegendsten Probleme im Bereich der Religionsverfolgung darstelle. Es sei die Pflicht des Staates, Gläubige vor Angriffen Dritter zu schützen – „vor, während und nach einer Attacke“. Die Tatsache, dass physische Gewalt, Enteignung, Versklavung und Mord aufgrund religiöser Überzeugungen weiterhin an der Tagesordnung seien, stelle eine „schreiende Ungerechtigkeit“ dar, die beendet werden müsse.

(vatican news)

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05. März 2026, 11:42