Vatikan: Sorge über Schwächung der Menschenrechte
„Das Menschenrechtsprojekt steckt in einer Glaubwürdigkeitskrise“, so der Geistliche. Das liege unter anderem daran, dass sich „einige Staaten aus multilateralen Rahmen-Institutionen zurückgezogen“ hätten, fuhr er fort, ohne ausdrücklich zu sagen, welche Staaten er denn da meine. Dadurch erodiere der „Sinn im multilateralen System“.
Der Vatikandiplomat beklagte auch die „Blüte an sogenannten neuen Rechten“: Es sei „paradox, wenn grundlegende Rechte im Namen sogenannter neuer Rechte eingeschränkt“ würden. Dennoch blieben Menschenrechte „der Grundstein jeder florierenden Gesellschaft“, mahnte Pacho. Er erinnerte an das Menschenrecht auf Leben, an den nötigen Schutz der Familie und an die Religionsfreiheit.
„Blüte an sogenannten neuen Rechten“
„Eine der dringendsten Krisen in der heutigen Welt ist die Verfolgung von Christen, die derzeit mehr als 380 Millionen Gläubige betrifft. Diese unglückliche Lage ist 2025 durch Konflikte und Extremismus noch schlimmer geworden.“ Auch in westlichen Gesellschaften gebe es eine Art „höfliche Verfolgung“, formulierte Pacho. Dabei würden Gläubige „immer mehr daran gehindert, das Evangelium zu leben und zu verkünden, vor allem in Bezug auf den Lebensschutz“.
Gegen das Konzept nuklearer Abschreckung
Der Vatikandiplomat äußerte sich auch bei einer weiteren Gelegenheit in Genf. Auf einer Konferenz zum Thema Abrüstung sprach er die Sorge des Heiligen Stuhls über die Verbreitung von Atomwaffen an, „vor allem angesichts der Aufstockung und Modernisierung von Waffenarsenalen und Trägersystemen“. Das Konzept von nuklearer Abschreckung beruhe auf der „irrationalen Vorstellung, dass man die Beziehungen zwischen Nationen auf Furcht und Gewaltandrohung aufbauen könnte“.
Pacho verurteilte auch die Militarisierung im Weltraum und im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Er drängte die Staatenwelt zu einer Wiederaufnahme formeller Verhandlungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung, weil ein wirklicher Friede ansonsten nicht zu erreichen sei. „Der Heilige Stuhl ruft dazu auf, die gängige Vorstellung zu überwinden, dass es nur durch Stärke und Abschreckung zu Frieden kommt.“
(vatican news – sk)
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