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Bei einer Messe von Papst Leo mit Kardinälen im  Petersdom Bei einer Messe von Papst Leo mit Kardinälen im Petersdom  (@Vatican Media)

Kardinal Brandmüller für liturgischen Waffenstillstand

Kardinal Walter Brandmüller hat ein Ende der liturgischen Grabenkämpfe in der Kirche gefordert.

In einem Blog-Beitrag plädiert der deutsche Kurienkardinal für einen Waffenstillstand „an der liturgischen Front“, sowie für eine Rückkehr zu Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt in der Kirche. Die Spaltung in der Kirche gehe nicht auf die Konzilskonstitution zur Liturgie zurück, sondern auf deren Umsetzung. Brandmüller schreibt, der Streit entzünde sich weniger an Dogmen als an Riten, Gebräuchen und Formen der Frömmigkeit.

Brandmüller kritisiert sowohl liturgische Experimente nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 - 1965) als auch die Verweigerung jeder Weiterentwicklung bei Anhängern der sogenannten „Alten Messe“, die vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gefeiert wurde. Brandmüller schreibt: „In Wahrheit reduziert sich die einzige wirkliche ‚Messe aller Zeiten‘ auf die Worte der Konsekration“, während sich der Ritus im Laufe der Jahrhunderte in Ost und West in unterschiedlichen Formen entwickelt habe.


Die Sprache im Streit um die Messe entwaffnen

Zugleich betont der Kardinal die Verbindlichkeit der kirchlichen Normen. Die nachkonziliare Messe sei vom Papst eingeführt und verbindlich festgelegt worden. Sie „musste trotz berechtigter Kritik in Gehorsam angenommen werden“, so Brandmüller. Liturgische Experimente gefährdeten dagegen die Einheit der Liturgie und damit die Einheit des Glaubens. Sein Appell: die Sprache im Streit um die Messe entwaffnen, Polemik vermeiden und auf gegenseitige Anschuldigungen verzichten.

Brandmüller ist mit 97 Jahren der älteste deutsche Kurienkardinal. Der promovierte Kirchenhistoriker machte sich vor allem mit Forschungen zu den Konzilien des späten Mittelalters einen Namen.

(kap – sk)
 

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25. Februar 2026, 12:34