Fastenexerzitien: Kirche soll zuerst Gott verherrlichen
In der zehnten Meditation der Exerzitien in der Paulinischen Kapelle im Apostolischen Palast hat der norwegische Zisterzienser-Bischof Erik Varden am 27. Februar die Verantwortung kirchlicher Amtsträger in den Mittelpunkt gestellt. Ausgangspunkt bildete erneut die Schrift „Über die Betrachtung“ des heiligen Bernhard von Clairvaux, gerichtet an Papst Eugen III.
Verantwortung kirchlicher Amtsträger
Varden erinnerte an die Bedeutung geeigneter Mitarbeiter für die Leitung der Kirche. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche verwaltet werden, desto größer wird der Nutzen für die Kirche in der ganzen Welt“, zitierte der Prediger den mittelalterlichen Kirchenlehrer. Gefragt seien Mitarbeiter „von bewährter Integrität, bereit zum Gehorsam, geduldig und sanftmütig; von sicherem katholischem Glauben, treu im Dienst“.
Solche Personen, so der Prediger weiter, „lieben und kosten das Gebet und setzen ihre Hoffnung mehr auf dieses als auf ihre eigene Klugheit oder Arbeit“. Geistliche Leitung beginne daher nicht bei Organisation oder Strategie, sondern bei der inneren Ausrichtung auf Gott.
Innere Ausrichtung auf Gott
Varden erklärte, eine Kirche, die auf dieser Grundlage handle, spiegle eine höhere Ordnung wider. „Wer sie betrachtet, wird sofort ihre Hauptaufgabe erkennen: Gott die Ehre zu geben.“ Erst von dort aus lasse sich auch das Irdische richtig beurteilen. „Um die irdischen Notwendigkeiten richtig zu betrachten, müssen wir durch sie hindurch nach dem suchen, was darüber steht.“
Im Zentrum der Meditation stand die Frage nach Gott selbst. Bernhard beantworte sie mit den Worten: „Was ist Gott? Allmächtiger Wille, wohlwollende Kraft, unveränderliche Vernunft.“ Gott sei die „höchste Seligkeit“, die „aus Liebe ihre Göttlichkeit mit uns teilen will“. Der Prediger zitierte weiter: Gott „hat uns geschaffen, um ihn zu begehren, erweitert uns, um ihn zu empfangen, rechtfertigt uns, um ihn zu verdienen“.
Praktische Entscheidungen „erleuchtet“
Alle weiteren Aufgaben kirchlicher Verantwortungsträger ordnete Varden diesem Ziel unter. „Was auch immer Prälaten sonst beschäftigen mag – und es ist vieles –, diese Wirklichkeiten müssen zuerst bedacht werden.“ Eine solche Ordnung lasse auch praktische Entscheidungen „erleuchtet, geordnet, gesegnet und fruchtbar“ werden.
Der Prediger griff anschließend auf den Kirchenvater Augustinus zurück, den geistlichen Bezugspunkt des Ordens von Papst Leo XIV. Augustinus beschreibe das bischöfliche Amt als „Last, das Bündel des Legionärs“. Dieses Bild wirke bewusst hart, erklärte Varden, da es aus einer Erfahrung von Unsicherheit und Bedrohung entstanden sei.
Aus einer Predigt des Kirchenvaters zitierte er: „Trage deine Last bis zum Ende – wenn du sie liebst, wird sie leicht sein; wenn du sie hasst, wird sie schwer sein.“ Die pastorale Verantwortung erscheine nur dann bedrückend, wenn der Blick auf ihren Ursprung verloren gehe. „Sie ist nichts anderes als eine Teilhabe am süßen Joch Christi selbst“, sagte Varden. Dadurch werde sichtbar, „dass das uns anvertraute Kreuz leuchtend und leicht ist und dass es Freude bedeutet, es teilen zu dürfen“.
(vatican news - gs)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.