Fastenexerzitien im Vatikan: Begegnung mit Engeln bleibt persönlich
Die geistlichen Übungen enden an diesem Freitagmorgen in der Paulinischen Kapelle des Apostolischen Palastes. In seiner Betrachtung am Donnerstag zum Thema „Gottes Engel“ richtete Varden den Blick auf die biblische Rolle der Engel als Mittler göttlicher Vorsehung.
Engel griffen in das Leben des Menschen ein, erklärte er, jedoch nicht zur Bestätigung persönlicher Wünsche, sagte der Exerzitienleiter. „Die Engel sind nicht dazu da, unsere Launen zu bedienen“, sagte der Bischof. Ihr Dienst führe vielmehr zur Heiligkeit. In einem überlieferten Gebet werde der Schutzengel angerufen, „uns zu erleuchten, zu bewahren, zu lenken und zu führen“. Diese starken Verben zeigten, so Varden, den Anspruch geistlicher Begleitung.
„Spring in meine Arme“, nicht: „Stürze dich hinab“
Ausgehend von der Versuchung Christi in der Wüste warnte der Exerzitienprediger vor einem falschen Verständnis göttlicher Hilfe. Gott fordere nie einen selbstzerstörerischen Beweis des Glaubens. Sein Ruf laute vielmehr: „Spring in meine Arme“, nicht: „Stürze dich hinab". Engel wirkten daher als Zeichen einer Beziehung, die den Menschen auf Gott hin ausrichte und zugleich zur Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten verpflichte.
Besondere Aufmerksamkeit widmete Varden der Frage geistlicher Vermittlung in einer digital geprägten Kultur. Bildung und Glaubensweitergabe dürften nicht an technische Systeme delegiert werden. Junge Menschen suchten glaubwürdige Lehrer, die Weisheit weitergäben. „Eine Begegnung mit einem Engel ist immer persönlich. Sie kann nicht durch einen Download oder einen Chatbot ersetzt werden“, sagte der Bischof.
Die Fastenexerzitien versammeln seit Sonntag den Papst, die in Rom lebenden Kardinäle sowie die Präfekten der vatikanischen Dikasterien zu täglichen Meditationen und Gebetszeiten im Apostolischen Palast.
(vatican newes – gs)
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