Suche

Papst: Bete für Opfer des Erdbebens in Kolumbien - Hilfe geschickt

Nach dem Erdbeben der Stärke 7,4, das am 10. August Kolumbien erschütterte, hat sich Papst Leo XIV. am Mittwoch persönlich an die Betroffenen gewandt: „Ich möchte den kolumbianischen Schwestern und Brüdern meine Verbundenheit ausdrücken, die von den Folgen des jüngsten Erdbebens betroffen sind, das zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert und große materielle Schäden verursacht hat", sagte das katholische Kirchenoberhaupt bei seiner Generalaudienz. Der Papst brachte auch Hilfe auf den Weg.

Stefanie Stahlhofen, Salvatore Cernuzio und Guglielmo Gallone – Vatikanstadt*

Die Zahl der Todesopfer des Bebens wird inzwischen mit mehr als 250 angegeben. Papst Leo brachte nicht nur selbst umgehend Hilfe aus dem Vatikan auf den Weg; sondern dankte auch allen, die helfen. Er erklärte diesen Mittwoch auf Spanisch bei der Generalaudienz: „Während ich den Herrn um die ewige Ruhe der Verstorbenen bitte, versichere ich ihre Familien und alle, die von dieser Tragödie getroffen wurden, meines Gebets. Mein Dank gilt allen, die sich an den Rettungsmaßnahmen beteiligen und den Betroffenen Hilfe und Unterstützung leisten."

„Versichere Familien und alle, die von dieser Tragödie getroffen wurden, meines Gebets. Mein Dank gilt allen, die sich an den Rettungsmaßnahmen beteiligen und den Betroffenen Hilfe und Unterstützung leisten“

Papst veranlasste erste Nothilfe von 100.000 Euro

Über das Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe - das Päpstliche Almosenamt -, deren Präfekt, Erzbischof Luis Marín de San Martín, mit der Nuntiatur und der Bischofskonferenz in Kontakt steht, hatte Leo XIV. eine Soforthilfe für die betroffenen Diözesen bereitgestellt. Unverzüglich wurde eine erste finanzielle Hilfe überwiesen, als konkretes Zeichen der Verbundenheit in einer Notsituation. Es handelt sich um einen Betrag von 100.000 Euro, der direkt an das „Secretariado Nacional de Pastoral Social-Cáritas Colombiana“ der Bischofskonferenz ging, das als zentrale Koordinierungsstelle für die Sammlung und Verteilung der Hilfsgüter fungiert, damit die Solidaritätsleistungen an die betroffenen Diözesen weitergeleitet werden können.

„Erleben nach diesem Ereignis auch viele Gesten der Solidarität und der Nähe seitens der Kirche in Lateinamerika und der Weltkirche durch die verschiedenen Dikasterien“

Papst Leo XIV. wendet sich an Opfer des Erdbebens in Kolumbien - und hat aus dem Vatikan Hilfen geschickt (Audio Beitrag von Radio Vatikan,12.8.2026)

„Wir erleben nach diesem Ereignis auch viele Gesten der Solidarität und der Nähe seitens der Kirche in Lateinamerika und der Weltkirche durch die verschiedenen Dikasterien. So hat sich beispielsweise das Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe engagiert, ebenso wie das Dikasterium für den Dienst der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung. Und auch das Dikasterium für Kommunikation behält diese Notlage stets im Blick", berichtet Pater Raúl Ortiz Toro, Priester und Sekretär der kolumbianischen Bischofskonferenz, aus der Hauptstadt Bogotá den vatikanischen Medien.

Die Nothilfe vom Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe wurde mit den Empfängern abgestimmt und stellt eine erste vereinbarte Spende dar, um die dringendsten Notlagen zu beheben. Weitere konkrete Hilfen sollen folgen, sobald der Bedarf ermittelt und dem Dikasterium gemeldet wird, hieß es.*

Unermüdliches Engagement des Almosenamts

Seit den ersten Stunden der Naturkatastrophe in Kolumbien gibt es ständigen Kontakt statt zwischen dem Almosenmeister, Erzbischof Marín de San Martín und dem Vorsitzenden der kolumbianischen Bischofskonferenz, Francisco Javier Múnera Correa, Erzbischof von Cartagena, der ihn über die Lage in den betroffenen Gebieten informiert hat, sowie mit der Nuntiatur über deren Sekretär, Monsignore In Je Hwang. Darüber hinaus wird derzeit ein Bericht erstellt, der die dringendsten Bedürfnisse aufzeigt – ebenfalls vom Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe, das sich erneut als „Arm“ des Papstes erweist, der überall dorthin ausgestreckt wird, wo Hilfe benötigt wird. „Das ist die Kirche als Familie Gottes“, bekräftigt der Präfekt, „eine Kirche, die ein offenes Ohr für Leid und Not hat und mit Brüderlichkeit und Tatkraft darauf reagiert.“

Die materielle Hilfe aus dem Vatikan und die Worte und Gebete des katholischen Kirchenoberhaupts sind eine große Stütze für die Menschen vor Ort, betont der Sekretär der kolumbianischen Bischofskonferenz, Pater Raúl Ortiz Toro:

„Das Gebet und die Nähe des Heiligen Vaters bringt auch die Zuneigung des Nachfolgers Petri zum Ausdruck. Das tröstet uns und erfüllt uns auch mit Hoffnung, denn es herrscht Geschwisterlichkeit."

„Das Gebet und die Nähe des Heiligen Vaters bringt auch die Zuneigung des Nachfolgers Petri zum Ausdruck. Das tröstet uns und erfüllt uns auch mit Hoffnung, denn es herrscht Geschwisterlichkeit“

Am Dienstag hatte Papst Leo bereits ein Beileidstelegramm an den Vorsitzenden der kolumbianischen Bischofskonferenz geschickt.

Notfall bietet auch Chance für Einheit im Land

Das Beben traf am Morgen des 10. August den Westen Kolumbiens; das Epizentrum lag in der Region Chocó, nahe der Pazifikküste. Mehrere weitere Regionen des Landes wurden erschüttert und das Beben war bis in Nachbarländer spürbar. Tausende Häuser und auch kirchliche Einrichtungen wurden schwer beschädigt. In Kolumbien läuft die Suche nach Überlebenden, die Hilfe für die Betroffenen und die Bestandsaufnahme der Schäden. Auch die katholische Kirche unterstützt dabei:

„Die Menschen sind sehr dankbar für die Präsenz der Kirche an diesen Orten durch die Sozialpastoral der Caritas. Auch seitens der neuen nationalen Regierung, die am 7. August ihr Amt angetreten hat, stellt dieser erste Notfall eine Herausforderung dar, Aktions- und Maßnahmenpläne zur Schadensminderung zu entwickeln", sagt Pater Ortiz.

Der Sekretär der kolumbianischen Bischofskonferenz sieht die Naturkatastrophe auch als Chance, im Land wieder zu Versöhnung und Einheit zu finden. Erst am Sonntag hatte der neu gewählte  Präsident Abelardo de la Espriella den Tod von sechs Mitgliedern bewaffneter Gruppen durch Sicherheitskräfte bekannt gegeben. Im Wahlkampf hatte er einen entschlossenen Kampf gegen Kriminalität versprochen. 

„Entscheidender Moment für Kolumbien, in dem wir aufgerufen sind, die nationale Einheit und jene Brüderlichkeit zu leben, die uns zu Brüdern und Schwestern macht“

„Es ist also ein entscheidender Moment für Kolumbien, nationale Einheit zu leben, auch jene Brüderlichkeit zu leben, die uns verbindet – diese Gefühle der Brüderlichkeit und der Nähe, die gerade in diesen Momenten des Schmerzes zum Vorschein kommen", erklärt Pater Raúl Ortiz Toro, Priester und Sekretär der kolumbianischen Bischofskonferenz, aus der Hauptstadt Bogotá den vatikanischen Medien.

* Redaktioneller Hinweis: Die Informationen zur Nothilfe aus dem Vatikan wurden um 11.05 Uhr ergänzt und das Stück um 12:19 mit weiteren Reaktionen von Pater Raúl Ortiz Toro, Priester und Sekretär der kolumbianischen Bischofskonferenz, aktualisiert.

(vatican news - sst) 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

12. August 2026, 10:49

Die vergangenen Generalaudienzen

Alles lesen >