Vor der Papstreise nach Lampedusa: Besuch bei der Küstenwache
Gabriella Ceraso, Franco Piroli und Stefanie Stahlhofen – Lampedusa/Vatikanstadt*
Das Meer rauscht, denn wir sind auf Lampedusa, unterwegs auf einem Patrouillenboot der italienischen Küstenwache. Bei Kommandant Flavio Verde werden Erinnerungen wach an jenen 8. Juli 2013, als Papst Franziskus hier einen Kranz ins Meer wurf - zum Gedenken an alle während der Überfahrt nach Europa Verstorbenen.
„Der Besuch des Heiligen Vaters im Jahr 2013 war für uns - die Insel Lampedusa und für die Küstenwache - ein Moment von großer Bedeutung. Diese Geste, als er den Kranz hier ins Meer geworfen hat, hat die Aufmerksamkeit noch stärker auf den Wert des menschlichen Lebens auf See und damit auch auf unsere Verantwortung gelenkt, die wir jeden Tag bei der Durchführung der Rettungsmaßnahmen tragen.“
Für den Kommandanten ist die Insel Lampedusa vor Sizilien „ein Steg Europas ins Mittelmeer“. Und in diesem Zusammenhang bleibt die Seenotrettung die Hauptaufgabe der Küstenwache:
„Lampedusa ist natürlich ein Gebiet von großer Bedeutung im Mittelmeer. Die Seenotrettung basiert auf einem grundlegenden Prinzip, nämlich dem Schutz des menschlichen Lebens als oberste Priorität, und ist eine Tätigkeit, die wir jeden Tag zugunsten aller Menschen ausüben, die sich auf See in Not befinden, ohne irgendeinen Unterschied zu machen."
Im Laufe der Jahre, so Verde, sei die operative Kapazität auf der Insel schrittweise ausgebaut worden: „Die Küstenwache von Lampedusa wurde durch eine Aufstockung des Personals, der Wasserfahrzeuge und der operativen Kapazitäten verstärkt. Die Küstenwache hat der Insel Lampedusa stets besondere Aufmerksamkeit gewidmet."
Wie eine Rettung abläuft
Bei unserer Fahrt mit der Küstenwache macht sich der Bord-Empfänger bemerkbar, es geht ein Funkspruch ein. „Wenn wir einen Notruf erhalten – sei es per Telefon, über Funk auf den Notrufkanälen oder über andere Kommunikationswege –, werden wir sofort aktiv", erklärt Kommandant Verde. Dann gehe es darum, die wichtigsten Infos aufzunehmen und die Lage einzuschätzen: Eine heikle und sehr wichtige Operation: „Das heißt, wir schauen auf den Typ des betroffenen Bootes, die Anzahl der Personen, eventuelle gesundheitliche Probleme und die Seebedingungen. All dies ermöglicht es uns, den richtigen Einsatz der Luft- und Seestreitkräfte zu veranlassen, also Patrouillenboote, Marineeinheiten und auch Flugzeuge.“
Was der erneute Papstbesuch hier bedeutet
*Die Reportage und Interviews vor Ort führten die Italiener; die redaktionelle Bearbeitung und Übersetzung auf Deutsch übernahm die Redaktion im Vatikan
(vatican news - sst)
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