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Zentrum für Flüchtlinge auf Lampedusa Zentrum für Flüchtlinge auf Lampedusa 

Im Hotspot von Lampedusa – aus der Perspektive der Migranten

An diesem Samstag wird Papst Leo XIV. auf der italienischen Insel Lampedusa erwartet. Vatikanische Medien haben kurz vor der Visite das Erstaufnahmelager in Contrada Imbriacola besucht. An diesem Ort koordiniert das Italienische Rote Kreuz seit dem 1. Juni 2023 die Aufnahme der über das Mittelmeer ankommenden Migranten.

Gabriella Ceraso und Franco Piroli -  Lampedusa

Seit der Übernahme der Leitung wurden in der Einrichtung mehr als 182.000 Personen registriert. Der Hotspot liegt in einer Senke außerhalb des Stadtzentrums, ist von Sicherheitskräften gesichert und stellt weiterhin den primären Anlandepunkt in der Region dar.

Zum Nachhören - die Lage auf Lampedusa
Imad Dalil
Imad Dalil

Der Leiter des Hotspots, Imad Dalil, berichtet, dass viele der ankommenden Personen bei ihrer Ankunft Orientierung benötigen. Eine Europakarte im Eingangsbereich zeigt die geografische Lage der Insel. Zu den ersten Bedürfnissen der Menschen gehöre der Zugang zu Kommunikationsmitteln, um Angehörige zu kontaktieren. Dalil betont die Notwendigkeit einer psychologischen Betreuung, da viele der Schutzsuchenden von physischen und psychischen Belastungen während der Flucht und des Aufenthalts in Libyen berichten. Ziel des Zentrums sei es, den Betroffenen nach der Überfahrt einen geschützten Raum für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts zu bieten.

„Das Wichtigste für alle ist zunächst, sich mit dem WLAN zu verbinden...“

„Oft kommen sie hier an, ohne überhaupt zu wissen, wo sie sich befinden. Das Wichtigste für alle ist zunächst, sich mit dem WLAN zu verbinden, zu telefonieren, eine Nachricht zu schreiben und Nachrichten an Familie und Freunde zu senden oder von ihnen zu erhalten. Hier versuchen wir, jedem die bestmögliche Unterstützung zu bieten, insbesondere psychologische Hilfe, denn die Geschichten über ihre Reise und ihren Aufenthalt in Libyen, die sie uns erzählen, sind Geschichten des Leidens, die Nähe erfordern, das Bedürfnis, sich sicher zu fühlen und darüber nachdenken zu können, ein neues Leben zu beginnen.“ 

Aufnahmezentrum für Flüchtlinge auf Lampedusa
Aufnahmezentrum für Flüchtlinge auf Lampedusa

Das Personal vor Ort setzt sich aus Vertretern staatlicher Behörden sowie humanitärer Organisationen wie Save the Children, dem UNHCR und der IOM zusammen. Ein fester Bestandteil des Teams sind kulturelle Vermittler, bei denen es sich teils um ehemalige Migranten handelt, die nun in der Aufnahme arbeiten. Sie begleiten die Ankommenden vom Molo Favarolo über die Identifizierung bis hin zum Weitertransport. Das Areal umfasst Verwaltungsbüros, medizinische Ambulanzen, Sanitäranlagen, Wohncontainer, eine Großküche für die gleichzeitige Verpflegung von bis zu 120 Personen sowie ein Zelt für religiöse Zwecke. Bodenmarkierungen regeln die Zuweisung der Unterkünfte und den Ablauf bei der Essensausgabe nach Gruppen wie Familien, Frauen, Männern und unbegleiteten Minderjährigen.

Erstaufnahmezentrum seit 2000

Die Einrichtung entstand Anfang der 2000er Jahre als Erstaufnahmezentrum und wurde als Reaktion auf steigende Ankunftszahlen mehrfach ausgebaut und umgestaltet. Im September 2023 erreichte die Belegung einen historischen Höchststand, als an einem einzigen Tag 12.500 Personen anlandeten und über den Sommer durchschnittlich 3.000 Menschen pro Tag im Zentrum untergebracht waren. Im Rahmen der Europäischen Migrationsagenda der Europäischen Kommission wurde die Struktur 2015 formell in das Hotspot-System eingegliedert. Ziel dieses Systems ist die Durchführung von Erstversorgung, gesundheitlichen Kontrollen, Identifizierungen und der Einleitung von Asyl- oder Rückführungsverfahren direkt an den Außengrenzen.

(vatican news - mg)

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30. Juni 2026, 09:02