Lampedusa: Ein Ball der Hoffnung für den Papst
Salvatore Cernuzio und Birgit Pottler
Leonardo Derek Montana kam in einer Nacht im Juni 2016 nach Lampedusa. Heute lebt er bei seiner Adoptivfamilie in Palermo. Und am Samstag hat er Papst Leo XIV. auf Lampedusa getroffen: Vor der Porta d’Europa, dem Denkmal, das an die Schiffbrüche im Mittelmeer erinnert, aber auch die Menschen, die hier ein neues Leben begonnen haben. Im Interview mit uns berichtet Leonardo.
Der Ball aus Papier
„Also, ich habe ihm einen Brief überreicht. Der Anfang ging ungefähr so: ,Lieber Papst, ich bin ganz aufgeregt.` Und dann habe ich ein bisschen von meiner Geschichte erzählt, dass ich leider meine Mama verloren habe. Und dann, dass sie mi einen Papierball geschenkt haben, und da habe ich aufgehört zu weinen: Von da an habe ich angefangen zu spielen, der Ball hat mein Herz erobert, und deshalb wollte ich dem Papst heute einen Ball schenken. "
Heute, zehn Jahre später, spielt Leonardo Fußball in der Schule und mit seinen Freunden. Den Vatikanmedien erzählte er: „Ich habe dem Papst einen Ball schenken wollen, weil das der Anfang meiner Geschichte war.“ Leo XIV. könne ihn vielleicht einem anderen Kind geben, „um es glücklich zu machen“.
Die Begegnung gehörte zu den bewegenden Momenten des Papstbesuchs auf Lampedusa. Der Papst nahm Leonardo und die fünfjährige Maria Emanuela, deren Familie von der Elfenbeinküste stammt und die auf Lampedusa geboren wurde, an die Hand. Gemeinsam gingen sie zur Porta d’Europa.
„Dort haben wir auch ein paar Fotos zusammen gemacht. Es war sehr bewegend. Aufregend und schön."
Für Leonardo war die Rückkehr auf die Insel ein besonderer Moment. Er habe zunächst gar nicht gewusst, dass er den Papst kurz treffen würde. Als er es erfuhr, sagte er: „Leonardo, das bin ich! Wow!“ und machte einen Freudensprung auf dem Sofa. Direkt nach dem Treffen mit Leo XIV. am Samstag sagte uns der elfjährige: „Zum Glück bin ich hier um den Papst zu treffen. Ich bin sehr glücklich.“
(vatican news – bp/sst)
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