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Papst auf Lampedusa: Begegnung mit Migranten und Helfenden

Mit einem Besuch auf Lampedusa hat Papst Leo XIV. an diesem Samstag ein Zeichen für Flüchtlinge und Migranten gesetzt. Auf der Mittelmeerinsel nahe Afrika sprach Leo XIV. mit ihnen selbst und ihren Unterstützern. Leos Vorgänger Papst Franziskus unternahm 2013 seine erste Reise nach Lampedusa.

Papst Leo XIV. besuchte nun an diesem Samstag die italienische „Flüchtlingsinsel“ Lampedusa. Zum Auftakt legte er auf dem Friedhof Blumen an den Gräbern von Migranten nieder und segnete am Landungssteg eine Gedenktafel für seinen Vorgänger Franziskus (2013-2025). Dieser hatte Lampedusa zum Ziel seiner ersten Reise im Amt gemacht.

 Leo XIV. erinnert auf Lampedusa an Franziskus

 „Pier Papst Franziskus: Ort der Ankunft, der Hoffnung und der Menschlichkeit" - so steht es auf der Gedenkstele am Hafen von Lampedusa. Der Landungssteg, über den Bootsmigranten auf die Mittelmeerinsel kommen, wurde am Samstag nach dem „Flüchtlingspapst" umbenannt. Sein Nachfolger Leo XIV. segnete die auf einer wellenförmigen Kalksteinsäule angebrachte Gedenktafel. Anschließend sprach das aktuelle Kirchenoberhaupt mit einer Gruppe von Migranten. Leo XIV. knüpfte damit an seinen Vorgänger an. Franziskus hatte Lampedusa zum Ziel seiner ersten Papstreise gemacht, um auf das oft tödliche Schicksal von Bootsflüchtlingen aufmerksam zu machen. Damals prägte er auch den Begriff der  „Globalisierung der Gleichgültigkeit" – eine Formulierung, die seine gut zwölfjährige Amtszeit prägen sollte.

Gedenken an tote Migranten

Während Franziskus bei seinem Lampedusa-Besuch in Gedenken an die ertrunkenen Migranten einen Blumenkranz ins Mittelmeer warf, gedachte Leo XIV. am Samstagmorgen auf dem Insel-Friedhof der Toten. Vor dem Hafenbesuch machte der Papst Halt am „Tor Europas", traf kurz mit einer Migrantenfamilie zusammen und ging allein über die Felsen Richtung Meer. Das Denkmal „Porta d'Europa", ein rund fünf Meter hoher Torbogen, erinnert an die vielen Migranten, die Europa nie erreichten. Nach Angaben des Projekts  „Missing Migrants" der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden seit 2014 insgesamt 35.070 Menschen im Mittelmeer (Stand 4. Juli).

Freiluftmesse auf der Insel

Auch in den Tagen vor dem Papstbesuch hatten Migranten die Insel über den Seeweg erreicht. Sie werden von dem nun nach Franziskus benannten Pier in den  „Hotspot", dem Erstaufnahmelager der Insel, gebracht. Von dort werden die Migranten auf andere Aufnahmeeinrichtungen verteilt. Ein Besuch in der Aufnahmeeinrichtung war im Papstprogramm nicht vorgesehen.

Zum Abschluss seiner Halbtagsvisite feierte der Papst auf dem Sportplatz der Insel eine Messe und traf Behördenvertreter, kranke Kinder sowie freiwillige Helfer.

Symbol krisenhafter EU-Migrationspolitik

Das süditalienische Lampedusa gilt als Symbol der krisenhaften EU-Migrationspolitik. Zwar sind die Ankunftszahlen zuletzt deutlich gesunken, dennoch erreicht mehr als die Hälfte der Bootsmigranten nach Italien die Insel. Schon bei seiner Spanienreise im Juni hatte der seit gut einem Jahr regierende Papst auf den Kanarischen Inseln Migranten und Geflüchtete getroffen.

Verschärfte Abschieberegelungen der EU

Erst vor zwei Wochen hatte das EU-Parlament endgültig grünes Licht für ein schärferes und schnelleres Vorgehen bei Abschiebungen gegeben. Laut der sogenannten Rückführungsverordnung können Migranten ohne Bleiberecht unter bestimmten Umständen bis zu 30 Monate in Abschiebehaft genommen werden. Mit der neuen Regelung werden auch spezielle Rückkehrzentren außerhalb der Union möglich. Hilfsorganisationen sowie Kirchenvertreter befürchten mehr haftähnliche Unterbringungen und Freiheitseinschränkungen. Kritisiert wird zudem die Situation von Familien und unbegleiteten Minderjährigen.

Nachmittag: Rückkehr in den Vatikan

Am Nachmittag verlies Papst Leo XIV. Lampedusa und flog zurück. Um 14.04 Uhr kam das katholische Kirchenoberhaupt auf dem römischen Flughafen Ciampino an; dann ging es weiter in den Vatikan. 

(vatican news/kna – pr/sst)

*Dieser Beitrag wurde um 14.42 Uhr aktualisiert.

Die besonderen Momente des Besuchs auf Lampedusa im Video



 

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04. Juli 2026, 07:07