Römische Ruine in Jordanien Römische Ruine in Jordanien  (AFP or licensors)

Papst Leo würdigt Dialog mit Jordanien: Gemeinsam gegen die Gleichgültigkeit

Im Vatikan fand dieser Tage die 8. Gesprächsrunde zum interreligiösen Dialog des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog und des jordanischen Königlichen Instituts für Interreligiöse Studien statt. Papst Leo XIV. empfing die Teilnehmer diesen Montag in Audienz.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die jordanische Delegation wurde angeführt von Prinz Hassan bin Talal. Papst Leo XIV. sprach über menschliches Mitgefühl und Empathie in der Moderne. Die Audienz eröffnete das Oberhaupt der katholischen Kirche mit den Worten: „Der Friede sei mit Euch. Willkommen." Die Audienz beschloss der Papst mit den Worten: 

 „Da wir in unserer Tradition den Frieden als einen der größten Segen Gottes betrachten, bitte ich Gott, euch alle zu segnen. Der Herr sei mit euch. Möge der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, auf euch kommen und immer bei euch bleiben. Amen."

„Da wir in unserer Tradition Frieden als einen der größten Segen Gottes betrachten, bitte ich Gott, euch alle zu segnen. Der Herr sei mit euch. Möge der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, auf euch kommen und immer bei euch bleiben. Amen“

in Jordanien ist der sunnitische Islam Staatsreligion. Christen sind eine Minderheit. In seiner Rede unterstrich Papst Leo XIV. dass menschliches Mitgefühl und Empathie fundamentale Haltungen beider religiöser Traditionen seien. Leo XIV.  führte vor seinen rund 45 Gästen so etwa aus, dass die muslimische Tradition Mitgefühl eng mit Barmherzigkeit verknüpfe, während die christliche Tradition in der Menschwerdung Gottes das sichtbare Zeichen eines mitleidenden Gottes sehe. „Die Liebe zu den Armen – in welcher Form auch immer ihre Armut auftreten mag – ist das evangeliale Markenzeichen einer Kirche, die dem Herzen Gottes treu ist“, zitierte Papst Leo XIV. aus seinem Schreiben „Dilexi te. Über die Liebe zu den Armen".

Positive soziale Auswirkungen des Glaubens

Der Papst ging auch genauer auf positive soziale Auswirkungen des Glaubens ein und lobte so etwa ausdrücklich die Anstrengungen des Haschemitischen Königreichs Jordanien, das unter schwierigen Bedingungen Geflüchtete aufnehme und Notleidenden helfe. In Anlehnung an seine Vorgänger betonte der Papst, dass die Schwachen einen Anspruch auf besondere Aufmerksamkeit durch Staat und Gemeinschaft hätten.

Gleichzeitig formulierte der Papst eine deutliche Warnung vor den Schattenseiten des technologischen Fortschritts. Obwohl die Welt stärker vernetzt sei als je zuvor, drohe eine zunehmende soziale Kälte. Die ständige Flut an Bildern von Leid könne die Herzen abstumpfen lassen, anstatt sie zu bewegen. Diese Art der Apathie bezeichnete er als eine der schwersten spirituellen Herausforderungen der Gegenwart.

Menschlichkeit wiederbeleben

Abschließend rief der Papst Christen und Muslime dazu auf, die Menschlichkeit dort wiederzubeleben, wo sie erkaltet sei. Die gemeinsame Mission bestehe darin, Gleichgültigkeit in Solidarität zu verwandeln und jenen eine Stimme zu geben, die leiden. Er drückte seine Hoffnung aus, dass Jordanien weiterhin ein lebendiges Zeugnis für Dialog und Hoffnung in einer von Prüfungen geprägten Region bleibe.

„Gleichgültigkeit in Solidarität verwandeln und jenen eine Stimme geben, die leiden“

Hintergrund 

Das vatikanische Dikasterium für den Interreligiösen Dialog und das Royal Institute for Inter-Faith Studies (RIIFS) aus Jordanien treffen sich regelmäßig zu Kolloquien, um gemeinsame ethische Grundlagen zu erarbeiten und die Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kirche und dem moderaten Islam im Nahen Osten zu stärken - aktuell schon zum 8. Mal. 

Das vatikanische Dikasterium für den Interreligiösen Dialog ist für die Förderung des Austauschs mit Menschen anderer Glaubensrichtungen zuständig. Das Royal Institute for Inter-Faith Studies ist eine im Jahr 1994 von Prinz Hasan bin Talal in Amman gegründete Organisation und ein akademisches und kulturelles Zentrum in Jordanien. Es widmet sich der Erforschung interreligiöser Fragen und der Förderung des friedlichen Zusammenlebens. 

(vatican news)

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11. Mai 2026, 12:24