Jordanien: Bischof Twal betont die Friedensmission der Kirche
Francesca Sabatinelli - Al-Maghtas
In der Region des Nahen Ostens kommt den Christen eine entscheidende Aufgabe zu: Sie sollen den Völkern des Heiligen Landes zeigen, dass ein Weg des friedlichen Miteinanders unter Anerkennung der gegenseitigen Würde existiert. Bischof Iyad Twal, Patriarchalvikar für Jordanien, unterstrich diese Mission im Gespräch mit vatikanischen Medien nach einer feierlichen Messe am Ufer des Jordans. Ort der Feier war die erst vor einem Jahr eingeweihte große Kirche an der Taufstelle Christi (Al-Maghtas), ein Ort, der laut Twal „die Spiritualität dieses Volkes stärkt und seine nationale Identität festigt“.
Die jordanischen Katholiken, die den größten Teil des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem ausmachen, sehen sich als treibende Kraft für den Frieden. Twal betonte, dass die lokale Kirche unermüdlich daran arbeite, „Gerechtigkeit und einen fairen Frieden für alle zu schaffen – für das Heilige Land, Jordanien, die palästinensischen Gebiete und Galiläa“. Dabei vertraue man stets auf die Hilfe des Herrn, denn „ohne ihn schaffen wir es nicht“.
Ein Appell an die Pilger der Welt
Die Ereignisse der letzten zwei Jahre jenseits des Jordans, insbesondere der Krieg in Gaza, haben den gesamten Nahen Osten tief beeinflusst. Dennoch sieht der Bischof nun den Moment gekommen, sich verstärkt für den Dialog einzusetzen. Er richtete einen dringenden Appell an Pilger weltweit, in das Heilige Land zurückzukehren. Ihr Besuch sei nicht nur ein Akt des Glaubens, sondern ein konkreter Beitrag zum Friedensprozess. Die Aufnahme von Brüdern und Schwestern sowie die Hingabe an die heiligen Stätten seien fester Bestandteil der Mission der Kirche in Jordanien.
Bischof Twal verhehlte nicht, dass der Weg zum Frieden schwierig sei. Er forderte dazu auf, kulturelle und religiöse Differenzen nicht als Hindernis zu sehen. Wer den Nächsten nur über das definiere, was ihn „anders“ mache, und dessen Würde missachte, werde den ersehnten Frieden nie erreichen. Jordanien diene hierbei als Vorbild: Das Land pflege eine „starke Kultur der Gastfreundschaft und der gegenseitigen Akzeptanz“, die durch die Zugehörigkeit zur Nation und zur haschemitischen Familie geeint werde.
Bildung und Universalität als Zeugnis
Dieses Modell der Koexistenz wird laut Twal vor allem durch die christliche Jugend, die Schulen und die Pfarreien lebendig gehalten. Die Kirche in Jordanien zeichne sich durch eine besondere Vielfalt aus: Neben den Lateinern (Römisch-Katholiken) sind auch Maroniten, Melkiten, syrische und armenische Katholiken vertreten. Diese Vielfalt sei ein Zeichen der Universalität der Kirche und ihres Engagements, „Brücken zu allen Menschen zu bauen“.
(vatican news)
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