Leo XIV. besucht Große Moschee in Algier

Papst Leo XIV. hat an diesem Montag die Große Moschee in Algier besucht, das drittgrößte muslimische Gebetshaus nach Mekka und Medina in Saudi-Arabien. Begleitet vom Rektor der Moschee, hielt Leo zu einem Moment innerer Sammlung inne. Der US-Amerikaner ist der erste Papst zu Besuch in Algerien, einem Land mit starker muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

In Dankesworten nach der Besichtigung würdigte Leo XIV. - auf Italienisch - die Moschee als „einen Ort, der den Raum Gottes verkörpert, einen göttlichen, heiligen Raum, an den so viele Menschen kommen, um zu beten und die Gegenwart des Höchsten, Gottes, in ihrem Leben zu finden“. Er komme mit großer Freude nach Algerien, das Land seines geistlichen Vaters Augustinus, der die Welt die Suche nach Wahrheit und die Bedeutung des Friedensstiftens habe lehren wollen.

„Gott zu suchen bedeutet auch, das Ebenbild Gottes in jedem Geschöpf anzuerkennen, in jedem Kind Gottes, in jedem Mann und jeder Frau, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind“, fuhr Papst Leo fort. „Das bedeutet für uns, dass es sehr wichtig ist, zu lernen, miteinander zu leben und dabei die Würde jedes Menschen zu achten.“

Hier zum Hören:
  (ANSA)

Leo nannte die Große Moschee Algiers „wunderschön“ und würdigte, dass sie nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch des Studiums sei. „Wie wichtig ist es doch, dass der Mensch die intellektuellen Fähigkeiten entwickelt, die Gott ihm geschenkt hat, damit wir entdecken können, wie groß die Schöpfung ist, wie groß das ist, was Gott uns in der gesamten Schöpfung und besonders im Menschen hinterlassen hat.“

Mit dem Rektor der Großen Moschee, Mohamed Mamoun Al Qasimi
Mit dem Rektor der Großen Moschee, Mohamed Mamoun Al Qasimi   (@Vatican Media)

Friedenswunsch im Gästebuch

Ins Gästebuch der Moschee schrieb der Papst einen Friedenswunsch: „Möge die Barmherzigkeit des Allmächtigen das edle algerische Volk und die gesamte Menschheitsfamilie in Frieden und Freiheit bewahren.“ Unmittelbar zuvor hatte Leo an der Seite des Rektors Mohamed Mamoun Al Qasimi den enormen Zentralraum der Moschee durchmessen, beide Religionsführer in Weiß mit weißer Kopfbedeckung und weißen Socken. Nach dem Moment innerer Sammlung erklärte eine muslimische Expertin dem Papst einige Besonderheiten der Großen Moschee.

  (@Vatican Media)

Vor 25 Jahren: Erster Papst in einer Moschee - und Nine Eleven

Vor 25 Jahren hatte zum ersten Mal in der Geschichte ein Papst eine Moschee betreten: Johannes Paul II. besuchte im Mai 2001 die Umayyaden-Moschee in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Am 11. September desselben Jahres fanden die verheerenden Terroranschläge in den USA statt, bei denen al-Quaida-Terroristen entführte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und ins Pentagon in Washington steuerten und fast 3.000 Menschen töteten, die Attacke löste einen erbitterten Krieg gegen den islamistischen Terrorismus aus.

Eintrag ins Gästebuch
Eintrag ins Gästebuch   (@Vatican Media)

Seither besuchten alle Päpste im Zeichen des friedlichen Zusammenlebens zwischen den Religionen Moscheen, nach Johannes Paul II. auch Benedikt XVI. und Franziskus. Der argentinische Papst unterzeichnete im Februar 2019 in Abu Dhabi auf der arabischen Halbinsel das „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“. Mitunterzeichner des bedeutenden Textes war Großimam Ahmad al-Tayyeb von der Al-Azhar-Universität in Kairo, einer der höchsten Autoritäten des sunnitischen Islam.

  (ANSA)

Die Große Moschee in Algier wurde 2024 eröffnet und bietet in ihren verschiedenen Gebäuden Platz für 120.000 Gläubige. Ihr Minarett ist das höchste je gebaute, angeschlossen ist ein Kultur- und Kongresszentrum. Für Papst Leo war es die zweite Visite in einer Moschee, im November 2025 hatte er in Istanbul die Blaue Moschee besucht.

(vatican news – gs)

Der ganze Besuch mit unserer deutschsprachigen Begleitung

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13. April 2026, 18:09