Suche

Papst wirbt in Algier für Kultur der Begegnung und soziale Gerechtigkeit

Es handelt sich um den ersten Besuch eines Pontifex in Algerien seit der Unabhängigkeit des Landes. Im Konferenzzentrum Djamaa el Djazair kam es zur Begegnung mit Repräsentanten des Staates, der Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Der Papst wurde vom Präsidenten Abdelmadjid Tebboune empfangen, und gemeinsam begaben sie sich in den Mehrzwecksaal des Kongresszentrums, wo etwa 1.400 Menschen anwesend waren. 

In seiner Ansprache betonte der Bischof von Rom die Bedeutung Algeriens für seine persönliche Biografie und seinen kirchlichen Dienst. Er verwies darauf, bereits in den Jahren 2001 und 2013 die Stadt Annaba - das antike Hippo - besucht zu haben. Als Nachfolger Petri kehre er nun als „Pilger des Friedens“ zurück.

Die Begegnung in Algier
Die Begegnung in Algier   (@Vatican Media)
Hier zum Nachhören

Der Gast aus dem Vatikan hob die religiöse Identität des algerischen Volkes hervor und bezeichnete diese als „Geheimnis einer Kultur der Begegnung und der Versöhnung“. Angesichts globaler Instabilitäten erklärte er:

„In einer Welt voller Konflikte und Missverständnisse wollen wir einander begegnen und versuchen, einander zu verstehen, in der Erkenntnis, dass wir eine einzige Familie sind!“

Dieses Bewusstsein sei der wesentlichen Schlüssel, um „viele verschlossene Türen zu öffnen“, so der Pontifex.

Papst Leo XIV. in Algier
Papst Leo XIV. in Algier   (@Vatican Media)

Präsident würdigt Rolle des Gastes

Der algerische Präsident empfing das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Hinweis auf die historische Dimension des Besuchs. Er würdigte den Gast als einen der „leidenschaftlichsten Verfechter sozialer Gerechtigkeit weltweit“ in einer Zeit, in der die Kluft zwischen dem Norden und dem Süden der Welt wachse.

Der Präsident schlug in seiner Rede eine Brücke zwischen der christlichen und der algerischen Geschichte, indem er die Bedeutung von Augustinus von Hippo – einem „Sohn dieses Landes“ – sowie des Emirs Abdelkader hervorhob. Beide seien Vorbilder für Toleranz und den Dialog der Kulturen. Er betonte zudem die nationale Verpflichtung Algeriens gegenüber der sozialen Gerechtigkeit:

„Diesem Ideal folgend haben wir unseren Befreiungskrieg geführt. Seit der Unabhängigkeit haben wir die soziale Gerechtigkeit zu einem grundlegenden und unverrückbaren Prinzip gemacht.“

Die Begegnung in Algier
Die Begegnung in Algier   (@Vatican Media)

Gemeinsames Erbe als Fundament

In beiden Ansprachen wurde das Erbe des heiligen Augustinus als verbindendes Element zwischen der katholischen Kirche und dem nordafrikanischen Staat deutlich. Leo XIV. hatte sich schon bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Papst als geistlichen „Sohn des heiligen Augustinus“ bezeichnet, während der Präsident die Visionen des antiken Denkers als zeitloses Vermächtnis für das moderne Algerien darstellte.

Der Besuch in Algier bildet den Auftakt der bis zum 15. April 2026 dauernden Reise des Papstes durch Algerien.

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

13. April 2026, 14:24