„Fürchtet euch nicht vor dem Ruf Jesu“
„Liebe junge Menschen, wenn ihr durch Freundschaft, die Sakramente und die eucharistische Anbetung Jesus näherkommt, scheut euch nicht, ihn zu fragen, wozu er euch beruft. Manche von euch sind vielleicht zum Priestertum berufen, um Gottes Volk durch die Feier der Sakramente, die Verkündigung des Wortes Gottes und die Begleitung der Gläubigen zu dienen. Andere sind vielleicht zum Ordensleben berufen, um sich ganz Gott hinzugeben; wieder andere zur Ehe und Familie. Wenn ihr den Ruf des Herrn spürt, fürchtet euch nicht. Er kennt die tiefsten, vielleicht verborgenen Wünsche eures Herzens und den Weg, der euch zu wahrer Erfüllung führt. Lasst euch von ihm leiten und führen!“
„Unruhig im positiven Sinne“
Das Papstvideo galt einer Initiative namens SEEK, die regelmäßig zum Jahresanfang an mehreren Orten in den USA stattfindet. Dabei treffen sich junge Katholiken, beten zusammen, hören Vorträge – eine Art Weltjugendtag im Kleinen. Die SEEK26 spielt sich in Columbus, Denver und Fort Worth ab und dauert jeweils fünf Tage lang. Leo XIV. ging in seinen Videogrüßen von einer Episode aus dem Johannesevangelium aus. Jesus fragt zwei Jünger Johannes des Täufers, die ihm folgen: „Was sucht ihr?“ (Joh 1,38)
„Jesus stellt den Jüngern diese Frage, weil er ihre Herzen kennt. Sie waren unruhig – im positiven Sinne. Sie wollten sich nicht mit dem gewohnten Alltag zufriedengeben. Sie waren offen für Gott und sehnten sich nach Sinn. Heute stellt Jesus jedem von euch dieselbe Frage. Liebe junge Menschen, wonach sucht ihr? Warum seid ihr hier auf dieser Konferenz? Vielleicht sind auch eure Herzen unruhig und suchen nach Sinn und Erfüllung, nach Orientierung im Leben. Die Antwort findet sich in einem Menschen. Nur der Herr Jesus schenkt uns wahren Frieden und wahre Freude und erfüllt unsere tiefsten Sehnsüchte.“
Die Geschichte geht im Johannesevangelium aber noch weiter. Die beiden Jünger – einer von beiden ist Andreas, der Bruder des Simon – fragen Jesus, wo er wohnt, und folgen ihm dann in seine Wohnung (die uns der Evangelist leider nicht näher beschreibt).
„Es genügte ihnen nicht, dass ihnen jemand sagte, Jesus sei das Lamm Gottes; sie wollten ihn persönlich kennenlernen und Zeit mit ihm verbringen. Auch ihr werdet während dieser Konferenz die Gelegenheit haben, Zeit mit dem Herrn zu verbringen. Wie für Andreas mag dies für einige von euch die erste wirkliche Begegnung mit Christus sein. Für andere bieten diese Tage die Möglichkeit, die Beziehung zu ihm und das Verständnis des katholischen Glaubens zu vertiefen. Seid offen für das, was der Herr für euch bereithält!“
Die Freude mit anderen teilen
Die beiden Jünger halten sich nur wenige Stunden bei Jesus auf – und doch, so betont Papst Leo XIV., hat diese Begegnung ihr Leben verändert. Andreas geht gleich zu seinem Bruder Simon, um ihm mitzuteilen: „Wir haben den Messias gefunden!“ (V. 41)
„Das ist die Antwort, die wir alle geben können, sobald wir den Herrn kennenlernen. Diese Passage erklärt uns daher, was es bedeutet, Missionare zu sein. Nach seiner Begegnung mit Jesus konnte Andreas nicht anders, als seinem Bruder von seiner Erfahrung zu berichten: Missionarischer Eifer entspringt der Begegnung mit Christus. Wir möchten mit anderen teilen, was wir empfangen haben, damit auch sie die Fülle der Liebe und Wahrheit erfahren, die nur in ihm zu finden ist. Ich bete darum, dass ihr alle nach dieser Konferenz von demselben missionarischen Eifer ergriffen sein werdet, die Freude, die ihr durch eine authentische Begegnung mit dem Herrn erfahren habt, mit euren Mitmenschen zu teilen.“
Leo XIV. ist der erste Papst, der aus den USA stammt. Die SEEK-Konferenzen werden von einem „Verband katholischer Universitäts-Studenten“ (FOCUS) organisiert, der 1998 gegründet wurde und sehr missionarisch ausgerichtet ist. Nach eigenen Angaben hat FOCUS seit seiner Gründung u.a. mit Bibelkursen, Ausflügen und Konferenzen Hunderttausende von Studierenden erreicht.
(vatican news – sk)
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