Papst Leo XIV. beim Angelus an diesem Dienstag Papst Leo XIV. beim Angelus an diesem Dienstag  (@Vatican Media)

Papst zum Dreikönigsfest: „Kriegsindustrie stoppen“

Zum Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) hat Papst Leo XIV. eine „realistische Hoffnung“ für die Welt angemahnt. Nach dem Angelusgebet an diesem Dienstag rief er dazu auf, das gesellschaftliche Zusammenleben nach dem Vorbild der Sterndeuter neu zu gestalten und dem „Handwerk des Friedens“ den Vorzug vor der Rüstung zu geben.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Trotz des Regens versammelten sich 20.000 Gläubige auf dem Petersplatz, um mit Papst Leo XIV. das Hochfest der Erscheinung des Herrn zu feiern. In seiner Katechese schlug das Kirchenoberhaupt eine Brücke von den biblischen Gaben der Sterndeuter hin zu brennenden sozialen Fragen der Gegenwart. Zuvor feierte der Papst im Petersdom eine Messe und schloss zum Abschluss des Heiligen Jahres der Hoffnung die letzte Heilige Pforte, nämlich jene beim Petersdom.

Zum Nachhören - was der Papst sagte

Die Dynamik der Befreiung

Das Wort „Epiphanie“ bedeute Erscheinung, so der Papst, und diese Erscheinung Gottes in Jesus sei die Quelle einer Freude, die auch in schwierigen Zeiten Bestand habe. „Gott rettet – er hat keine anderen Absichten, er hat keinen anderen Namen“, betonte Leo XIV.. Das göttliche Leben sei in Reichweite gekommen, um Ängste aufzulösen und eine „befreiende Dynamik“ in Gang zu setzen, die den Menschen helfe, einander in Frieden zu begegnen.

Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV.   (@VATICAN MEDIA)

Politische Forderungen am Ende des Jubiläumsjahres

Besonders eindringlich sprach der Papst, als er die Geschenke der Sterndeuter – Gold, Weihrauch und Myrrhe – interpretierte. Diese Gaben seien ein Symbol für die Bereitschaft, alles, was man sei und habe, Gott zu übereignen.

„Möge sich anstelle der Kriegsindustrie das Handwerk des Friedens etablieren.“

Mit Blick auf das gerade zu Ende gegangene Heilige Jahr forderte er eine „auf Selbstlosigkeit basierende Gerechtigkeit“. Das Jubiläum enthalte den klaren Aufruf, „das Zusammenleben neu zu gestalten, das Land und die Ressourcen wieder neu zuzuteilen“. Leo XIV. wurde auch noch konkreter: Die Hoffnung müsse realistisch sein und auf Erden Neues entstehen lassen. „Möge anstelle von Ungleichheit Gerechtigkeit herrschen, möge sich anstelle der Kriegsindustrie das Handwerk des Friedens etablieren“, so sein Appell an die Weltgemeinschaft.

Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV.   (@Vatican Media)

Grüße an den Osten und die Kinder

Nach dem Gebet des Angelus wandte sich der Papst mit herzlichen Grüßen an verschiedene Gruppen. Ein besonderer Gruß galt den christlichen Gemeinschaften des Ostens (Orthodoxe), die am Mittwoch nach dem julianischen Kalender das Weihnachtsfest feiern. Er wünschte ihnen und ihren Familien „Gelassenheit und Frieden“.

Zudem würdigte er den „Kindermissionstag“. Er dankte allen Kindern weltweit, die für Missionare beten und benachteiligten Altersgenossen helfen: „Danke, liebe Freunde!“

Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV.   (@Vatican Media)

Folklore und Tradition auf dem Petersplatz

Der Papst grüßte zudem die Teilnehmer des traditionellen historisch-folkloristischen Umzugs, der in diesem Jahr die Kultur Siziliens in den Mittelpunkt stellte, sowie die Teilnehmer des „Zugs der Heiligen Drei Könige“, der zeitgleich in Warschau, vielen polnischen Städten und in Rom stattfand.

Mit einem Segenswunsch für das neue Jahr verabschiedete der Papst die Pilger: „Allen wünsche ich alles Gute für das neue Jahr im Licht des auferstandenen Christus. Alles Gute für alle, ein frohes Fest!“

(vatican news)

 

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06. Januar 2026, 12:27

Das Angelus ist ein Gebet, dass in Erinnerung an das ewige Geheimnis der Menschwerdung drei Mal am Tag gebetet wird: 6 Uhr morgens, am Mittag und am Abend gegen 18 Uhr, jeweils wenn die Glocken zum Angelusgebet rufen.
Der Name ‚Angelus‘ stammt aus dem ersten Vers der lateinischen Version des Gebets - Angelus Domini nuntiavit Mariae. Es besteht aus der Lesung von drei schlichten Texten, bei denen es um die Menschwerdung Jesu Christi geht, gefolgt jeweils von einem Ave Maria.
Dieses Gebet wird vom Papst auf dem Petersplatz sonntags mittags und an Hochfesten gebetet. Direkt vor dem Gebet legt der Papst kurz die Lesungen des Tages aus. Nach dem Gebet folgen Grüße an die Pilger.
Von Ostern bis Pfingsten wird an Stelle des Angelusgebets das Regina Coeli gebetet, das an die Auferstehung Jesu Christi erinnert. Zum Abschluss dieses Gebets wird das „Ehre sei dem Vater“ drei Mal gesprochen.

Gebet des Angelus / Regina Caeli mit Papst

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