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Gebet Gebet  (AFP or licensors)

Papst Leo lädt zum Gebet für die Einheit der Christen ein

Die Wurzeln der alljährlich begangenen Gebetswoche für die Einheit der Christen, die an diesem Sonntag wieder beginnt, reichen zwei Jahrhunderte zurück. Daran hat Papst Leo XIV. beim Angelus an diesem Sonntag erinnert. Er lud „alle katholischen Gemeinschaften ein, in diesen Tagen das Gebet für die volle sichtbare Einheit aller Christen zu verstärken.“

Sein Vorgänger Papst Leo XIII. habe die Initiative sehr gefördert, so das Kirchenoberhaupt. Überdies seien vor genau hundert Jahren erstmals „Vorschläge für die Gebetsoktav für die Einheit der Christen” veröffentlicht worden. „Unser Engagement für die Einheit muss Hand in Hand gehen mit unserem Engagement für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt", erklärte der Papst.

In diesem Jahr stammt das Thema der inzwischen 59. Gebetswoche für die Einheit der Christen aus dem Brief an die Epheser: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung“ (Eph 4,4). Die Gebete und Reflexionen wurden von einer ökumenischen Gruppe unter der Leitung der Abteilung für interreligiöse Beziehungen der Armenisch-Apostolischen Kirche vorbereitet, so der Papst. So wie seine Vorgänger feiert Leo XIV. am kommenden Sonntag zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen eine Ökumenische Vesper in der Papstbasilika St. Paul vor den Mauern.

Wurzeln im Schottland des 18. Jahrhunderts

Die Vorgeschichte der Gebetswoche für die Einheit der Christen begann nach Angaben des Dikasteriums für die Einheit der Christen sogar bereits im 18. Jahrhundert in Schottland, wo erste ökumenisch geprägte Gebetsbewegungen entstanden. Eine feste Form erhielten sie 1908 mit der erstmals begangenen  „Church Unity Octave“. Die protestantische Ökumenebewegung  „Faith and Order" veröffentlichte ab 1926 regelmäßig „Suggestions for an Octave of Prayer for Christian Unity“.

Einen starken Impuls erhielt die ökumenische Bewegung 1964 in Jerusalem: Dort beteten Paul VI. und Athenagoras I., der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, gemeinsam Jesu Gebet „dass alle eins seien“ (Joh 17). Dies markierte einen historischen Wendepunkt nach Jahrhunderten der Trennung.

Im selben Jahr unterstrich das Zweites Vatikanisches Konzil mit seinem Ökumenismusdekret Unitatis redintegratio die zentrale Rolle des Gebets als „Seele der ökumenischen Bewegung“ und stärkte damit die Feier der Gebetswoche für die Einheit der Christen weiter. Seit 1966 wird sie offiziell gemeinsam von katholischer Kirche und Weltkirchenrat vorbereitet und entwickelte sich zu einem weltweit getragenen ökumenischen Zeichen.

(vatican news – gs)

 

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18. Januar 2026, 12:52