Papst zu Jahresende: Bewaffnete Strategien sind nicht Plan Gottes

Im Petersdom hat Papst Leo zum Jahresende die traditionelle Vesper mit feierlichem „Te Deum“ gefeiert. In seiner Predigt rief das katholische Kirchenoberhaupt am Mittwochabend zu Frieden, Hoffnung und Solidarität auf. In der heutigen Zeit gebe es „Bedürfnis nach einem weisen, wohlwollenden und barmherzigen Plan. Nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verheißt und treu ist".

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Am Vorabend des Hochfestes der Gottesmutter Maria erinnerte der Papst vor 5500 Gläubigen im Petersdom, und allen, die die Übertragung verfolgten, auch an das Magnifikat, das im Petersdom auch zu hören war. Es gebe - so führte Leo XIV. mit Blick auf diesen Text aus dem Lukasevangelium aus - ein Bedürfnis „nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verheißt und treu ist – so wie es die Jungfrau Maria in ihrem Magnifikat, ihrem Lobgesang, verkündet hat: ,Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten` (Lk 1, 50)." 

Die Realität sehe allerdings anders aus: „Andere Pläne jedoch beeinflussen heute wie gestern die Welt. Es sind leider Strategien, die darauf abzielen, Märkte, Gebiete und Einflussbereiche zu erobern. Bewaffnete Strategien, die sich in heuchlerische Reden verhüllen, ideologische Parolen und mit falschen religiösen Beweggründen." 

Zum Hören: Papst Leo XIV. zum Jahresende 2025: Bewaffnete Strategien sind nicht Plan Gottes (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

„Bedürfnis nach einem weisen, wohlwollenden und barmherzigen Plan. Nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verheißt und treu ist“

Konkreter wurde das katholische Kirchenoberhaupt mit US-amerikanischen Wurzeln nicht - die aktuelle Weltlage bietet allen, die wollen, genug Bezugspunkte. Papst Leo empfahl den Zuhörenden in St. Peter am Beispiel der Gottesmutter Maria ein anderes Handeln.

Die Dinge mit dem Blick Gottes sehen

„Die selige Mutter Gottes, die kleinste und zugleich die erhabenste unter den Geschöpfen, sieht die Dinge mit dem Blick Gottes: Sie sieht, dass der Höchste mit der Macht seines Armes die Pläne der Hochmütigen zerstreut, die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht, die Hungrigen mit Gütern erfüllt und die Reichen leer ausgehen lässt (vgl. Lk 1, 51-53)."

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„Andere Pläne jedoch beeinflussen heute wie gestern die Welt. Es sind leider Strategien, die darauf abzielen, Märkte, Gebiete und Einflussbereiche zu erobern. Bewaffnete Strategien, die sich in heuchlerische Reden verhüllen, ideologische Parolen und mit falschen religiösen Beweggründen“

Dazu führte Leo weiter aus:

„Gott liebt es, mit dem Herzen der Kleinen zu hoffen, und er tut dies, indem er sie in seinen Heilsplan einbezieht. Je schöner der Plan, desto größer die Hoffnung. Und tatsächlich schreitet die Welt so voran: getragen von der Hoffnung vieler einfacher Menschen, unbekannt, aber nicht Gott unbekannt, die trotz allem an ein besseres Morgen glauben, weil sie wissen, dass die Zukunft in den Händen dessen liegt, der ihnen die größte Hoffnung schenkt.

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„Gott liebt es, mit dem Herzen der Kleinen zu hoffen“

Heiliges Jahr versöhnt nach dem Plan Gottes

Zum Ende des Kalederjahres betonte der Papst, dass die Zukunft in Gottes Hand liege - und mit dem Thema Hoffnung schlug er zugleich einen Bogen zum Heiligen Jahr der katholischen Kirche. Es steht unter dem Motto „Pilger der Hoffnung".

„Das Heilige Jahr ist ein großes Zeichen einer neuen Welt, erneuert und versöhnt nach dem Plan Gottes. Und in diesem Plan hat die Vorsehung dieser Stadt Rom einen besonderen Platz vorbehalten. Nicht wegen ihrer Ruhmestaten, nicht wegen ihrer Macht, sondern weil hier Petrus und Paulus und viele andere Märtyrer ihr Blut für Christus vergossen haben. Deshalb ist Rom die Stadt des Heiligen Jahres", erklärte der Papst, der auch Bischof von Rom ist. Für die Stadt äußerte Leo in seiner Predigt am Sylvesterabend - die auch Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri im Petersdom mitverfolgte, übrigens auch einen Wunsch:

Was der Papst Rom wünscht

„Was können wir Rom wünschen? Dass es seinen Kleinen gerecht werde: den Kindern, den einsamen und gebrechlichen Senioren, den Familien, denen das Weitergehen schwerfällt, den Männern und Frauen, die von weit her gekommen sind in der Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben", erinnerte der Papst auch an Migranten und Flüchtlinge, die auch Italiens Hauptsadt Rom zahlreich aufgenommen hat. 

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„Was können wir Rom wünschen? Dass es seinen Kleinen gerecht werde: den Kindern, den einsamen und gebrechlichen Senioren, den Familien, denen das Weitergehen schwerfällt, den Männern und Frauen, die von weit her gekommen sind in der Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben“

Das Heilige Jahr 2025, das Papst Franziskus eröffnet hatte, wird Papst Leo XIV. in wenigen Tagen beenden, wenn er am 6. Januar die Heilige Pforte im Petersdom schließen wird. Seine Predigt beschloss Leo mit einem Dank auch besonders dafür. Auch seinen Vorgänger im Amt, Papst Franziskus, der am Ostermontag gestorben ist, würdigte Papst Leo in seiner letzten Predigt des Jahres 2025: 

Hoffnung haben - auch nach dem Heiligen Jahr

„Heute danken wir Gott, liebe Brüder und Schwestern, für das Geschenk des Heiligen Jahres, das ein großes Zeichen seines Plans der Hoffnung für den Menschen und für die Welt gewesen ist. Und wir danken all jenen, die in den Monaten und Tagen des Jahres 2025 im Dienst an den Pilgern gearbeitet und dazu beigetragen haben, Rom gastlicher zu machen. Das war vor einem Jahr der Wunsch des geschätzten Papstes Franziskus. Ich möchte, dass es auch weiterhin so bleibt – ja, mehr noch nach dieser Zeit der Gnade. Möge diese Stadt, beseelt von der christlichen Hoffnung, im Dienst des Liebesplans Gottes für die Menschheitsfamilie stehen. Dies möge uns auf die Fürsprache der Allerseligen Mutter Gottes, der Salus Populi Romani zuteilwerden."

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„Möge diese Stadt, beseelt von der christlichen Hoffnung, im Dienst des Liebesplans Gottes für die Menschheitsfamilie stehen. Dies möge uns auf die Fürsprache der Allerseligen Mutter Gottes, der Salus Populi Romani zuteilwerden“

Anschließend besuchte Papst Leo XIV. noch die Krippe auf dem Petersplatz.

(vatican news - sst)

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31. Dezember 2025, 18:28