Unser Sonntag: Guter Boden
Prof. Dr. Christian Anieke, Gründer und Rektor Godfrey University, Enugu, Nigeria
Mt. 13, 1-23
Im heutigen Evangelium erzählt Jesus das Gleichnis vom Sämann. Ein Sämann geht hinaus, um zu säen. Ein Teil der Saat fällt auf den Weg, ein anderer auf felsigen Boden, wieder ein anderer unter die Dornen. Nur die Saat, die auf guten Boden fällt, bringt reiche Frucht – dreißigfach, sechzigfach, ja hundertfach. Wer Ohren hat, der höre!
Die Jünger verstehen dieses Gleichnis zunächst nicht. Deshalb erklärt Jesus ihnen seine Bedeutung. Für mich bedeutet: Guter Boden - An der Uni brauchen wir einen guten Boden, damit wir Erkenntnisse weitergeben, damit Menschen zusammenleben. Die Uni muss ein Spiegel der Gesellschaft sein. Wenn es gelingt, dass junge Leute an der Universität zusammenleben, ohne große Schwierigkeiten.
Welchen Boden finden die Worte Gottes in uns vor?
Wenn es gelingt, dass Studenten ein Verständnis für das Leben, für die anderen haben, dann ist die Uni wirklich eine Hilfe für die Gesellschaft. Für mich steht der gute Boden für die menschliche Seele. Die entscheidende Frage lautet: Welchen Boden finden die Worte Gottes in uns vor? Welche Seele haben wir? Es gibt eine Seele, in der nichts wirklich Wurzeln schlagen kann. Es gibt eine Seele, die zerstreut ist und sich von allem Möglichen ablenken lässt. Es gibt eine Seele, die keine Tiefe hat. Und es gibt die gute Seele – eine Seele, in der Wahrheit wächst, Liebe wächst und Großzügigkeit wächst; eine Seele, in der alles Gute Frucht bringen kann.
Jesus hat uns die verschiedenen Stufen der menschlichen Seele aufgezeigt.
Heute gibt es Kriege.
Wo kommen Kriege her?
Aus der menschlichen Seele.
Menschen sind zerstritten.
Menschen bekämpfen einander.
Menschen verstehen einander nicht.
Menschen tun das Böse.
Das ist die Wurzel von allem, was wir heute haben. Die Konflikte, die Kriege. Jesus macht uns deutlich: Auch wenn wir nicht vollkommen sind, können wir Frucht bringen, wenn unser Herz offen ist für das Gute. Wir bringen Frucht, wenn wir Liebe schenken, großzügig handeln und Verantwortung für andere übernehmen. Wir bringen Frucht, wenn wir etwas Gutes für die Menschen und für die Gesellschaft tun.
Das sagt uns Jesus. Es geht darum, zu fragen die Studenten, wie wir sie ausbilden. Welche Ziele haben sie? Was tun wir an der Uni, damit die Studenten eine gute Seele entwickeln? Damit sie wissen, dass sie Verantwortung für die Welt tragen? Damit sie ihre Leistung in der Gesellschaft hineinbringen.
Vermitteln wir nur Erkenntnisse, wo Menschen nur Böses im Kopf haben, wie sie die Welt zerstören wollen. Es ist nicht genug, sage ich immer, gescheit zu sein. Es geht um die Frage Welche Seele haben wir? Wer ist der Mensch, der IT Fachmann ist, der Jurist ist, der Mediziner ist. Wie steht es um seine Seele? Nur eine gute Seele kann etwas Gutes in der Welt tun. Das sagt uns Jesus Christus in diesem Evangelium. Wenn wir keine gute Seele haben, dann ist alles Nichts – auch die Arbeit an der Uni hat dann keine Bedeutung, wenn der Mensch keine gute Seele hat.
Werte vermitteln!
Es geht dann darum, dass wir Werte vermitteln, dass wir nicht nur Erkenntnisse vermitteln, dass wir nicht nur schauen, dass Studenten Prüfungen bestehen, dass wir schauen, dass die Studenten Ethik, Werte, moralische Dinge in der Seele haben. Darum geht es.
Das ist mir sehr wichtig, dass wir als Universität auch auf Werte setzen - nicht nur auf Forschung und Erkenntnisse und Vorlesungen.
Dass jede Universität schaut, dass Studenten gute Menschen werden. Wenn es uns nicht gelingt, an den Universitäten gute Menschen auszubilden, dann haben wir viel verloren dort.
Darum geht es. Ich hoffe und bete darum, dass die Godfrey University hier weiterhin Werte vermitteln wird und Werte mit Erkenntnis, mit Philosophie, mit Jura, mit Medizin verbindet.
Das ist meine Botschaft heute.
Der Herr segne und begleite uns in unserer Arbeit und durch Christus unseren Herrn.
Amen.
(Radio Vatikan - Redaktion Claudia Kaminski)
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