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Erzbischof Grünwidl während seiner Predigt zu Fronleichnam Erzbischof Grünwidl während seiner Predigt zu Fronleichnam 

Fronleichnamsprozessionen in Deutschland teils wegen Unwettern abgesagt

Das Fest war von schlechten Wetterprognosen überschattet: So fiel die Fronleichnamsprozession in Aachen aus; der Gottesdienst wurde vom Münsterplatz in den Dom verlegt. In Berlin wurde der Gottesdienst auf dem Bebelplatz und die anschließende Fronleichnamsprozession durch die Mitte Berlins aus Sicherheitsgründen abgesagt. In Wien feierte unterdessen der neue Erzbischof Josef Grünwidl im Sonnenschein mit 2.000 Gläubigen das erste Fronleichnamsfest seiner Amtszeit.

Bei der Fronleichnamsmesse im Stephansdom waren vor Ort neben Priestern und Diakonen ebenso Vertreter der Ritterorden, der Universität Wien, der katholischen Studentenverbindungen und der Pfadfinder.

In seiner Predigt auf dem Michaelerplatz nahm Grünwidl Bezug auf Papst Leo XIV. und dessen jüngstes Schreiben zur Künstlichen Intelligenz, der „Magnifica humanitas“. Gründwidl plädierte für eine Umkehr und einen Perspektivenwechsel, denn man solle die Technik nicht verteufeln. Für eine gute Zukunft wären jedoch „mehr als Unmengen an Datenvolumen, mehr als künstliche und auch menschliche Intelligenz“ notwendig. Es bräuchte die „Orientierung an der Wahrheit“, so der Erzbischof. Er stellte besonders die Gemeinschaft in den Vordergrund und die menschlichen Züge des „Gewissens und der Herzensbildung“. Denn wichtiger als Technik bleibe die menschliche Nähe und der persönliche Kontakt.

Erzbischof Grünwidl bei der Fronleichnamsprozession
Erzbischof Grünwidl bei der Fronleichnamsprozession

Dialog und Regeln

Weiter westlich in der bayrischen Hauptstadt München feierte der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, das Fronleichnamsfest in der Marienkirche in München. Auch er ging in seiner Predigt auf die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. ein. Einen zentralen Punkt sah er darin, dass Regeln befunden werden müssen, „wie dieses Instrument auch den Menschen dienen kann“. Dies solle auf einer demokratischen und offenen Weise geschehen. Dazu brauche es den Dialog und Regeln, sowie „die Erkenntnis, welche Folgen die neue Technologie für die Zukunft der Menschheit hat“, so Marx.

„wie dieses Instrument auch den Menschen dienen kann“

Weiter ging er auf den Wahrheitsbegriff ein und, dass es nicht nur eine Wahrheit der Geschichte gebe. Die verschiedenen Perspektiven öffnen sich nur dann, „wenn wir miteinander reden und unsere Erfahrung austauschen, aber nicht, wenn einer nur seine Meinung durchsetzt“.

(pm – nm/sst) 

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04. Juni 2026, 13:29