Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, noch ohne Pallium Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, noch ohne Pallium   (kathpress)

Grünwidl über Pallium: „Erinnerung an das Geschenk, Hirte sein zu dürfen“

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl freut sich über die Auferlegung des Palliums durch Papst Leo an diesem Montag, 29. Juni. Die Wollstola hat für ihn eine doppelte symbolische Bedeutung, wie er vor der Feier im Petersdom gegenüber Vatican News erklärte.

„Das Pallium wird ja gemacht aus der Wolle der Lämmer der heiligen Agnes. Es ist ein Symbol. Das Lamm, das Schaf, dieses Wollband mit den schwarzen Kreuzen, erinnert mich noch einmal stärker an die Aufgabe, und ich würde sagen: an das Geschenk, Hirte sein zu dürfen, als Erzbischof. Es ist ein Symbol der tiefen Verbundenheit mit dem Heiligen Vater und zugleich der Auftrag, Hirte zu sein für die Menschen.“

Zum Nachhören - was der Erzbischof sagt

Das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni ist jährlich der Tag, an dem die Päpste bei einer Liturgie im Petersdom die Pallien segnen und sie den im vergangenen Jahr neu ernannten Metropolitan-Erzbischöfen der Weltkirche auf die Schultern legen. Das ringförmige Band aus reiner Schurwolle trägt sechs aufgestickte schwarze Kreuze aus Seide, die auf die Wundmale Jesu am Kreuz verweisen. Von der Form her erinnert das Pallium an ein Schaf, „das der gute Hirte auf seine Schultern hebt und mitnimmt, um es zu retten und zu nähren“, wie Johannes Paul II. schrieb. Nur Erzbischöfe, die eine Kirchenprovinz leiten, erhalten ein Pallium.

Verweis auf die Wundmale Jesu und auf den guten Hirten

Papst Franziskus hatte den Ritus zur Auferlegung des Palliums ab 2015 zweigeteilt und dezentralisiert, um die Verbundenheit mit der jeweiligen Ortskirche zu stärken. Er segnete und überreichte die Wollstolen an die Erzbischöfe bei der Messe am 29. Juni im Petersdom, auferlegt wurden sie ihnen dann jeweils später in der Kathedrale ihrer Heimatdiözese vom Apostolischen Nuntius in einer Feier, an der auch die Gläubigen und die übrigen Bischöfe der Kirchenprovinz teilnehmen konnten.


Leo XIV. änderte diese Gepflogenheit ab 2025 wieder und legt die Pallien den neu ernannten Metropoliten nun wieder selbst im Petersdom an. Zudem kehrte er zu dem Brauch zurück, am Gedenktag der Hl. Agnes die beiden Lämmer zu segnen, aus deren Wolle die Pallien für die Metropolitan-Erzbischöfe entstehen.

(vatican news – gs)

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29. Juni 2026, 09:15